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    Kritik: Willis mit 50 wieder als Actionheld

    Kinder in den Händen durchgedrehter Kidnapper, ein harter Cop innerlich zerrissen, Kämpfe auf Leben und Tod, Kugelhagel und lodernde Flammen - der neue Bruce-Willis-Film «Hostage - Entführt» hat alle Zutaten, die das Rezept für einen ordentlichen Action-Streifen ausmachen. «Stirb langsam»-Star Willis zeigt darin, dass er auch mit 50 den Actionhelden noch drauf hat. Er bringt die Spannung in einen soliden Hollywood-Streifen.

    Eigentlich wollte Jeff Talley (Bruce Willis) seine Ruhe haben. Nach Jahren als Chefunterhändler der Polizei von Los Angeles bei Geiselnahmen hat er sich als Sheriff in die Provinz versetzen lassen - der Mord an einem gekidnappten Jungen hatte Talley zu sehr mitgenommen. Doch seine Vergangenheit holt den Sheriff ein. Drei junge Autodiebe bringen einen Millionär mit zwei Kindern in ihre Gewalt. Am Telefon verspricht Talley den Kindern, ihr Leben zu retten - und steht damit wieder vor seiner alten Herausforderung.

    Gefährlich wird die Lage zusätzlich, weil in der Millionärs-Villa Informationen über einen Verbrecherring lagern, mit dessen Hilfe der Besitzer zu seinem Geld gekommen ist. Als diese Gangster ihrerseits Talleys Frau und Tochter entführen, um die Situation an der Villa zu kontrollieren, sieht sich der Polizist mitten in einem Albtraum. Es beginnt ein Kampf an zwei Fronten, der dem Helden an die Nerven geht und ihn an seine körperlichen Grenzen bringt.

    «Keine Szene ist im Computer entstanden», sagt Willis, der als Hauptdarsteller und Produzent von «Hostage» nicht mit Stunts und dramatischen Effekten geizt. Er habe es realistisch gewollt. «Für jeden, der Kinder hat, ist Talleys Situation ein Albtraum», sagt Willis, der Familie als das Kernthema des Films sieht. «Wie weit würdest Du gehen, um Deine Familie zu retten?» ist denn auch der Werbeslogan für «Hostage», der auf den Hauch von Psychodrama in dem Film verweist. Polizist Talley ist hin und her gerissen: Rettet er die Millionärsfamilie, stirbt möglicherweise seine eigene - und umgekehrt.

    In erster Linie bleibt der Film jedoch ein klassischer Actionfilm. Wer dramatische Rettungssituationen und einsame Helden mag, der wird nicht enttäuscht - aber auch nicht überrascht. Filmisch gibt es eher gute Hausmannskost als kreative Küche. Unerwartete Wendungen der Story wirken konstruiert und manches wird bis zum Ende nicht aufgeklärt.

    Nach Charakterstücken wie «The Sixth Sense» (1999) und Komödien wie «Bandits» (2001) ist Bruce Willis zum Actionfilm zurück gekehrt. Auch mit fast 50 Jahren - seinen runden Geburtstag feiert er am 19. März - macht er als kraftvoller Einzelkämpfer eine überzeugende Figur. Soll «Hostage» auch finanziell ein Geburtstagsgeschenk für Willis werden, muss er auf seine treuen Action-Fans hoffen.

    dpa

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