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  • Kritik: Wildes Gemetzel der Kultmonster

    Hollywood lebt von Mythen. Und wenn es nicht genug neue gibt, werden eben alte neu gemischt: Dracula gegen Frankenstein, King Kong gegen Godzilla und jetzt auch Alien gegen Predator. Fans der kultigen Originalstreifen über die außerirdischen Ungeheuer sollten sich allerdings in Acht nehmen. «Alien vs. Predator» ähnelt mehr einem Videospiel denn einem Film. Und die Schwächen des Drehbuchs werden durch Unmengen an Schleim, Blut und Gemetzel ausgeglichen.

    Die Geschichte ist schnell erzählt: Ein kleines Team von Forschern gerät am Südpol in einen unterirdischen Palast, in dem ein Kampf auf Leben und Tod zwischen den beiden mörderischen Arten tobt. Von da an sind die Erdlinge auf ihrem eigenen Planeten nur noch Statisten.

    Es war vor allem die düstere, mitunter erdrückende Atmosphäre der Angst, die Ridley Scotts «Alien» von 1979 zum Klassiker machte. Die Geschichte von der Raumschiff-Besatzung, die den blutrünstigen und kaum besiegbaren Raubtieren des Weltalls zum Opfer fällt, fand drei Fortsetzungen. Die Bilder der Alien-Larven, die von innen die menschlichen Körper durchbohren, sind unvergesslich.

    Alien-Schädel an der Trophäen-Wand

    Der Predator hatte in Hollywood nie ganz den Star-Status des Aliens erreicht. Nach dem ersten Film des Action-Spezialisten John McTiernan («Die Hard») 1986, in dem sich Arnold Schwarzenegger im undurchdringlichen Dschungel gegen den erbarmungslosen Weltraum-Jäger verteidigen musste, gab es nur eine eher missglückte Fortsetzung, in der ein Predator in einer Großstadt auf Raubzug geht.

    Es war aber ein Scherz der Bühnenbildner von «Predator 2», der ein neues Kapitel eröffnete: Auf die Trophäen-Wand des Predator- Raumschiffs platzierten sie auch einen Alien-Schädel. Das gab der Fantasie der Fans freien Lauf, die Geschichten über eine ewige Feindschaft der beiden Bestien zu spinnen. Es folgten Comics «Alien vs. Predator», Spielzeuge und Computerspiele, und schon 1991 lag ein erstes Drehbuch für einen Film vor - es dauerte aber mehr als zehn Jahre, bis die Geschichte die Leinwand erreichte.

    Nur ein Bindeglied zu den Originalfilmen

    Regisseur Paul W.S. Anderson hat bereits mit «Mortal Kombat» und «Resident Evil» zwei Computerspiele als Filme umgesetzt. Um «Alien vs. Predator» zu drehen, gab er die Regie bei der kürzlich erschienenen «Resident Evil»-Fortsetzung ab. Sigourney Weaver, die in allen vier «Alien»-Filmen als Ellen Ripley gegen die außerirdischen Monster kämpfte, lehnte eine Beteiligung strikt ab. So blieb nur ein Bindeglied zu den Originalfilmen: Lance Henriksen, der in der «Alien»-Saga einst den Roboter Bishop spielte. Diesmal ist er Charles Bishop Weyland, ein schwerreicher Industrieller, der die Forschungen in der Antarktis finanziert. Fans werden sich erinnern, dass der rücksichtslose Konzern, der in «Alien» mit Menschenleben spielt, Weyland Yutani Corporation hieß.

    Anderson suchte in vielen Details, Gesten, Kamera-Einstellungen betont die Nähe zu den Originalfilmen, die Kennern nicht verborgen bleiben wird. Auf der Strecke blieben allerdings bei aller technischen Perfektion der im Computer erschaffenen Monster die Atmosphäre und die Spannung, die die Faszination der Originalfilme ausmachten.

    Dafür werden solche Misch-Filme zwar häufig kritisiert, im Moment haben sie in Hollywood aber Hochkonjunktur. Gerade erst trafen mit ansehnlichen Kassenergebnissen in «Underworld» Werwölfe und Vampire aufeinander und in «Freddy vs. Jason» die blutrünstigen Hauptdarsteller von «Nightmare on Elm Street» und «Freitag, der 13.». Es gibt also keine Garantie, dass es irgendwann nicht «Superman und Rambo gegen Darth Vader» heißt. Am Anfang von «Alien vs. Predator» sind übrigens Bilder aus einem der ersten Filme dieser Art zu sehen: «Frankenstein trifft Wolf Man» von 1943.

    dpa

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