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    Kritik: "Wilde Kreaturen"

    Hamburg (dpa) - Das eingespielte Team der Erfolgskomödie rund um den "Fisch namens Wanda" ist zurück. Auch bei ihrem zweiten gemeinsamen Angriff auf die Lachmuskeln treiben sich Monthy Python- Star John Cleese und sein Team von einem Slapstick zum nächsten und lassen bissigem britischen Humor und derbem Witz freien Lauf. "Wilde Kreaturen" heißt der neue Streifen, in dem von diesem Donnerstag an auch in deutschen Kinos hemmungslos gekalauert wird.

    Diesmal soll Jamie Lee Curtis als taffe Managerin Willa Weston einen maroden englischen Zoo gehörig auf Vordermann bringen. Der skrupellose neue Besitzer, ein Medienmogul aus Neuseeland (Kevin Kline), fordert eine 20prozentige Profitsteigerung und zwingt die Verantwortlichen vor Ort zur Improvisation. Verzweifelt versucht Zoodirektor Rollo Lee (John Cleese), die geforderten Mehreinnahmen aus dem umsatzschwachen Unternehmen herauszuschlagen. Meerkätzchen und anderes harmloses Getier werden kurzerhand und gnadenlos zu "wilden Kreaturen" umgestylt - die vorgespiegelte Gefahr soll den Adrenalinspiegel der Besucher steigen lassen.

    Die Rechnung hat Lee allerdings ohne den tapferen "Insektenpfleger" Bugsy (Michael Palin) und seine Kollegen aus Käfig und Gehege gemacht. Bis allerdings auch Willa ihr Herz für Tiere und den richtigen Mann entdeckt, mutiert der anfangs eher bescheidene kleine Zoo zu einem kunterbunten Themenpark, der mit Tieren nur bedingt zu tun hat.

    "Ich wollte ein kein Sequal, sondern ein Equal drehen", erzählt Cleese in einem dpa-Gespräch. Wie schon bei "Wanda", dem bisher zweiterfolgreichsten britischen Film aller Zeiten, besetzen die Hauptfiguren des Ensembles ihre angestammten Plätze. Curtis bringt in hautengen und tief ausgeschnittenen Outfits die Männer zum Rasen, Cleese mimt den verklemmten und zerstreuten Bürokraten, der fälschlicherweise für einen Sexakrobaten gehalten wird. "Oscar"- Preisträger Kline tritt in einer Doppelrolle auch als unlauterer Konzern-Sohn auf, während Palin wieder nichts zu peinlich scheint: Als Biene verkleidet, hampelt er durch den Streifen.

    Für Cleese, der auch als Drehbuchautor verantwortlich zeichnet, war es einer der letzten Auftritte vor der Kamera. "Ich werde im kommenden Jahr wahrscheinlich noch einen Film drehen und mich dann zurückziehen", kündigte der 57jährige an. Als nächstes wird der Frontmann der früheren britischen Satire-Truppe "Monthy Python" in der Rolle des Don Quijote neben Robin Williams als Sancho Panza im ungleichen Kampf gegen spanische Windmühlen zu sehen sein.

    Von Martin Oversohl, dpa

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