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  • Kritik: Wilde Action-Komödie in Marseille

    Frankfurt/Main - Zwei- und Vierrad-Freaks donnern mit Tempo 200 durch Marseille. Motorrad-Akrobaten sorgen für wilde Stunt-Einlagen. Autos verunglücken gleich dutzendweise. Und tumbe Gauner und Gesetzeshüter liefern sich endlose Schießereien, ohne daß auch nur ein einziger Tropfen Blut fließt.

    Mit einem bunten Mix aus Gags, Spannung, Klischees und Hochgeschwindkeit will der Film "Taxi" von diesem Donnerstag (20.8.) an in Deutschland an seinen jüngsten Erfolg in der französischen Heimat anknüpfen. Für den locker-flockigen Sommerspaß haben Produzent und Drehbuch-Autor Luc Besson ("Nikita", "Im Rausch der Tiefe" und "Das fünfte Element") und Regisseur Gerard Pires ganz auf unverbrauchte Kino-Gesichter gesetzt.

    Erfrischende Hauptakteure der kurzweiligen Action-Komödie sind Samy Naceri als junger Pizza-Lieferant und Taxifahrer arabischer Abstammung namens Daniel und Frederic Diefenthal als glückloser Polizist Emilien. Während der stets souveräne Daniel mit seinem zum Rennwagen umgerüsteten Taxi dem nächsten Geschwindigkeitsrausch und endlich mal einer erotischen Nacht mit seiner neuen Freundin (Marion Cotillard) nachjagt, will Emilien seine Pechsträhne als Ermittler mit einem glorreichen Coup beenden und so die blonde, deutsche Kollegin Petra (Emma Sjöberg) für sich gewinnen. Doch überall lauern neue Fettnäpfchen.

    Die Wege der beiden gegensätzlichen Typen kreuzen sich bei einer der rasanten Fahrten durch die Hafenstadt, die während der Dreharbeiten enorme Staus in Kauf nehmen mußte. Um nicht sofort wieder die Taxilizenz zu verlieren, läßt sich Verkehrsdauersünder Daniel auf einen Handel mit dem sympathisch-schusseligen Gangster- Jäger ein. Es gilt, eine bislang perfekt agierende Bankräuber-Bande aus Deutschland zu überlisten, die - natürlich mit deutschen Luxuskarossen - die Polizei an der Nase herumführt.

    Der Film erzählt die durchsichtige, aber immer wieder mit packenden Szenen gespickte Story recht originell - auch wenn die Spannung in der zweiten Hälfte ein wenig abfällt. Ständig werden deutsch-französische Animositäten witzig inszeniert, ohne daß die Kalauer und Klischees ermüden. Anleihen bei Kultstreifen wie etwa "Diva" und "Blues Brothers" sind augenfällig. An einigen Stellen scheint der Film mit der heißen Nadel gestrickt worden zu sein, da Pires, der Komödienspezialist der 70er Jahre, wegen eines Reitunfalls nicht die ganze Zeit bei den Filmaufnahmen dabeisein konnte. Dem Film, der in Frankreich mehr als vier Millionen Menschen in die Kinos lockte, hat das aber nicht geschadet.

    Markus Elsner, dpa

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