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  • Kritik: Wiederauferstehung der Legende Edith Piaf

    Mit «La Vie en Rose» feiert die legendäre Chansonière Edith Piaf (1915 1963) ihre filmische Wiederauferstehung. Regisseur Olivier Dahan, dessen Film die 57. Internationalen Filmfestspiele Berlin eröffnete, erzählt aber keineswegs geradlinig Stationen aus dem Leben der von den Franzosen noch heute als «Spatz von Paris» verehrten Sängerin, sondern entwirft ein sehr persönliches Bild dieser ungewöhnlichen Frau.

    In Berlin betonte der Regisseur: «Dies ist keine Biografie, dies ist ein Porträt.» Dieses Porträt zeigt Momente der Kindheit, des Erfolgs und des tiefen Sturzes von Edith Piaf, die der Musik, ihren Liebhabern und den Drogen gleichermaßen verfallen war. Gespielt wird die Legende von der jungen Französin Marion Cotillard, die mit ihrer faszinierenden Studie sicherlich eine außerordentliche Karriere startet.

    Die sympathische Schauspielerin hat die Rolle voller Leidenschaft gespielt, was sich sofort auf das Publikum überträgt. In Berlin erzählte sie: «Ich wollte die Piaf nicht kopieren, ich wollte mich in sie hineinleben.» Das ist ihr vollkommen gelungen. Dadurch haben auch die pathetischsten Momente, wie etwa der des Sterbens, nicht den Anflug von Peinlichkeit.

    Vor allem lebt der Film natürlich von der Musik und von der unvergleichlichen Kunst Edith Piafs. Technisch brillant bearbeitet, ist die Originalstimme zu hören, Marion Cotillard bewegt nur die Lippen. Davor hatte sie am meisten Angst, wie sie gesteht: «Das war für mich wirklich das Schwierigste. Playback ist wirklich hart. Es soll doch vollkommen natürlich aussehen. Ich habe Blut und Wasser geschwitzt. Aber ich denke, wir haben es gut hinbekommen.» Sehr gut sogar, die Täuschung gelingt perfekt.

    Fans von Edith Piaf werden hingerissen sein. Ohne ihr Idol je denunziert zu sehen, werden doch auch dessen Schattenseiten beleuchtet, wird deutlich, dass die Schönheit der Stimme Edith Piafs aus den tiefsten Untiefen des Menschlich-Allzumenschlichen gespeist wurde. Das zeigt der Film bildgewaltig und mit spürbarer Lust an großen Gefühlen. Sicher wird sich auch im Kinoalltag wiederholen, was während der Berlinale-Aufführungen des Films immer wieder zu beobachten war: Ein enormer Taschentucheinsatz im Zuschauerraum.

    dpa

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