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  • Kritik: Weniger wieder mal mehr:

    Hamburg (dpa) - Länger, lauter, kostspieliger - der jahrelange Trend der Filmbranche aus der Traumfabrik Hollywood ist nach wie vor bewährtes Rezept für den Erfolg in den Kinos der Welt. Bei Kritikern hingegen stehen vor allem die unabhängig produzierten Independent- Streifen in jüngster Zeit hoch im Kurs. Jüngstes Beispiel ist das in den USA zumindest in der Presse gefeierte neue Werk von John Sayles - das Drama "Lone Star".

    Leichter, leiser, köstlicher - das ist die Devise in diesem Drama aus dem tiefen texanischen Westen der USA, das von diesem Donnerstag an auch in Deutschland zu sehen ist. Roter Faden der Reise zwischen Gegenwart und geheimnisumwitterter Vergangenheit der Kleinstadt Frontera an der Grenze zu Mexiko ist der mysteriöse Fund eines Skeletts und eines verwitterten Sheriff-Sterns im Wüstensand.

    Schnell verdichten sich die Gerüchte, die Leichenreste könnten dem früheren mächtigsten Mann der Stadt, dem ungeliebten und rassistischen Sheriff Wade, gehören (brilliant: Schauspiel-Veteran Kris Kristofferson). Dieser soll vor vierzig Jahren mit den gesamten Ersparnissen aus der Gemeindekasse von seinem Stellvertreter Buddy Deeds (Matthew McConaughey) aus der Stadt vertrieben worden sein - so zumindest will es die seitdem überlieferte Legende.

    Buddys Sohn Sam (Chris Cooper), inzwischen selbst Ordnungshüter und ein Einzelgänger, ein "Lone Star", zweifelt an diesem Mythos. Bei der Suche nach Wahrheit und versteckter Identität seines als Helden verehrten Vaters deckt Sam einen Teppich voller Vermutungen und Geschichten aus jener Nacht auf. Dabei trägt nicht nur er schwer an der Bürde des Wissens. Seinen Vater, die übermächtige Ikone, muß er gegen die jahrzehntelange Überzeugung der Stadtoberen als Mörder enttarnen und auch sein eigener Lebenslauf ist auf tragische Weise mit der Geschichte Fronteras verbunden.

    Regisseur Sayles zeichnet in epischer Breite und zahlreichen Episoden, doch ohne jede Spur von Langatmigkeit, vielschichtige Porträts von Schicksalen, die meisten von ihnen über Generationen miteinander verwoben. Die Rückblenden setzen sich zu einem Puzzle aus Erinnerungsbruchstücken zusammen, die jeweils aus einer anderen Perspektive erzählt werden. Sayles Aufmerksamkeit gilt dabei vor allem dem Phänomen der Grenzen - nicht nur zwischen Nationen und Kulturen, sondern auch zwischen Mythen und Fakten, zwischen Eltern und Kindern, Helden und Verhaßten, Einheimischen und Einwanderern.

    Packend ist sein Filmroman vor allem, weil er nicht der Masse folgt und eine seichte Story zwischen explodierende Häuser und halbnackte Schönheiten packt. Vielmehr findet Sayles zurück zum spannenden und ruhigen Erzählen tiefgründiger Geschichten.

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