40.000
  • Startseite
  • » Kritik: WeltraumWestern vom «Buffy»-Erfinder
  • Kritik: WeltraumWestern vom «Buffy»-Erfinder

    Einen Film ins Kino zu bringen, der auf einer Serie basiert, die im US-Fernsehen nach nur elf Folgen abgesetzt und in Deutschland gar nicht erst gezeigt wurde - das klingt nach einer großen Herausforderung.

    Doch hinter «Serenity» steht kein geringerer als der Erfinder der erfolgreichen Fantasy-Serien «Buffy» und «Angel», Joss Whedon. Und das garantiert wenn nicht unbedingt Erfolg oder Tiefgang, aber auf jeden Fall zwei Stunden spannender Unterhaltung.

    500 Jahre in die Zukunft, in einer fernen Galaxie, nach einem großen Krieg. Die «Serenity» ist ein altes Raumschiff, dessen Besatzung um Kapitän Mal Reynolds sich mit Schmuggel und anderen mehr oder minder legalen kleinen Geschäften durchschlägt. Man kommt nicht umher, da sofort an «Star Wars» zu denken, und Whedon ist es auch recht so. «Mal ist gewissermaßen Han Solo, der fünf Minuten später ins Lokal kam und dadurch den alten Obi-Wan verpasste», beschrieb er selbst die Verwandtschaft der Helden der beiden Geschichten.

    Auch die Handlung legt Parallelen zu «Star Wars» nahe. Die «Serenity» gerät ins Visier der allmächtigen herrschenden Allianz, nachdem sie einen jungen Arzt und seine Schwester an Bord nimmt, die als Seherin und Gedankenleserin im Regierungsauftrag zu viel erfahren hat - auch wenn sie gar nicht mehr weiß, was genau sie weiß. Eine atemlose Jagd mit überraschenden Wendungen und spektakulären Kämpfen beginnt. Immerhin ließ sich eine Filmkritikerin der seriösen «New York Times» zur riskanten Würdigung hinreißen, «Serenity» sei in jeder Hinsicht den jüngsten «Star Wars»-Filmen überlegen.

    Für sein Kino-Debüt als Regisseur setzte Whedon auf die Schauspieler aus der TV-Version und verzichtete dadurch auf bekannte Namen. Visuell war die Devise: Rasante Action und möglichst viel Realismus. Die lebendigen, verwackelten Bilder dazu lieferte Kameramann Jack Green, der unter anderem mehrere Filme für Clint Eastwood gedreht hatte. Den Spezialeffekten sieht man gelegentlich an, dass das Budget des Films bei heutzutage unterdurchschnittlichen 40 Millionen Dollar endete, aber Whedon wollte sich eh nicht nur auf Computer-Animation verlassen.

    Dass diese 40 Millionen Dollar überhaupt lockergemacht wurden, ist ohnehin schon ein kleines Wunder, eine dieser märchenhaften Geschichten über den Sieg des Publikums über die Arroganz der Industrie. Der TV-Sender Fox hatte die ungewöhnliche Space-Western- Serie unter dem Namen «Firefly» 2002 nach einem mäßigen Start nicht nur sehr schnell aus dem Programm genommen, sondern es auch noch geschafft, die Episoden in falscher Reihenfolge zu zeigen. Die zweite Chance haben Whedon und die «Serenity»-Crew den Fans zu verdanken. Als sie schnell mehr als 200 000 Stück der DVD-Box mit allen 14 gedrehten Folgen aus den Läden fegten, ließ sich das Universal- Filmstudio für einen neuen Anlauf auf der Kinoleinwand breitschlagen. Und die «Firefly»-DVD wurde pünktlich zum Kinostart auch für Deutschland synchronisiert.

    dpa

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Redakteur

    Maximilian Eckhardt

    Mail | 0261/892743

    Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Mittwoch

    -2°C - 2°C
    Donnerstag

    3°C - 6°C
    Freitag

    4°C - 8°C
    Samstag

    6°C - 9°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!