40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Weihnachtsfilm zwischen Komik und Beziehungsdrama
  • Kritik: Weihnachtsfilm zwischen Komik und Beziehungsdrama

    Der deutsche Titel des Films «Die Familie Stone - Verloben verboten» legt nahe, dass es eine leichte Komödie über Ärger mit Schwiegereltern sein muss, wie sie zuletzt mit großem Erfolg über die Leinwand flimmerten. Der Eindruck trügt. Es ist vielmehr ein Weihnachtsfilm, bei dem Besinnlichkeit trotz mancher lustiger Situation über Komik geht.

    Die Geschichte ist auf den ersten Blick nicht viel anders als beim typischen Schwiegereltern-Film: Sohn bringt Freundin zum weihnachtlichen Familientreffen mit - und die Verwandtschaft lehnt sie ab. Der Unterschied ist nur, dass im Gegensatz zum Beispiel zum Duell von Ben Stiller und Robert De Niro in «Meine Braut, ihr Vater und ich» die Sympathie der Zuschauer ganz den Eltern und der verschworenen Familie gehört.

    Meredith, von «Sex and the City»-Star Sarah Jessica Parker gespielt, ist nämlich eine zugeknöpfte, steife und leicht hysterische New Yorker Karrierefrau. Während die Stones mit ihren fünf Kindern eine offene, herzliche und tolerante Familie sind - nur eben nicht tolerant genug, sich mit der Vorstellung von Meredith als Schwiegertochter anzufreunden.

    Ein trauriges Geheimnis

    Außerdem scheint es, dass sich ihre Achtung für Schwarze, Schwule und Behinderte in Grenzen hält - sehr unpassend, da einer der Söhne, Thad, ein tauber Homosexueller mit einem farbigen Freund ist. Und alle nervt ihre egozentrische Art, nie ein Ende zu finden, sobald sie anfängt, etwas zu erzählen. Als Sohn Everett (Dermot Mulroney) Mutter Stone (Diane Keaton) also um den Familien-Ring für den Heiratsantrag bittet, kann sie nicht anders, als mit einem resoluten «Nein» zu antworten. Umso mehr, da sie ein trauriges Geheimnis in sich trägt.

    Alles geht fast schon zu penetrant schief für Meredith, ob sie eine leichte Unterhaltung führen oder etwas kochen will. «Ich weiß nicht, was er an ihr findet», bringt es der Vater auf den Punkt - und den Zuschauern geht es ähnlich. Es ist als ob Regisseur und Drehbuchautor Thomas Bezucha Sarah Jessica Parker angewiesen hat, so unsympathisch wie möglich zu wirken. Schlimmer noch, selbst als Everetts Bruder Ben - ein wie immer äußerst lockerer Luke Wilson - offenkundig Interesse für Meredith zeigt und sie mit einigen Drinks sogar auftauen lässt, fragt man sich wieder, was die beiden verbinden soll. Und Everett ist inzwischen noch mehr als der Rest der Familie von Merediths warmherziger und schöner Schwester Julie (Claire Danes) fasziniert.

    "Es geht um Liebe und Menschlichkeit"

    «Es geht um Liebe und Menschlichkeit», fasste Bezucha selbst die Geschichte zusammen. «Familie Stone» ist sein zweiter Film nach dem Debüt «Big Eden», das ihm vor fünf Jahren mehr als 15 Festival-Preise und den Ruf eines Hoffnungsträger bescherte. Zuvor hatte Bezucha eine Karriere in der Modebranche und war unter anderem für das Design von Ralph-Lauren-Läden zuständig.

    Die idyllische Optik des Films ist übrigens wie so oft im Kino eine Mogelpackung. Das Innere des gemütlich abgewohnten Hauses der Stones ist eine Studiodekoration in Hollywood. Das schöne alte Anwesen, das von außen zu sehen ist, steht im Bundesstadt Connecticut an der Ostküste. Ein 42 Meter langes 180-Grad-Foto des Gartens wurde für die Innenaufnahmen rings um die Studio-Dekoration aufgebaut, damit der Blick aus den Fenstern authentisch wirkt. Das benachbarte Städtchen wurde in New Jersey gefilmt, und der Weihnachtseinkauf in New York in Los Angeles.

    dpa

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Redakteur

    Maximilian Eckhardt

    Mail | 0261/892743

    Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    -5°C - 4°C
    Montag

    -2°C - 4°C
    Dienstag

    0°C - 4°C
    Mittwoch

    3°C - 6°C
    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Umfrage: Feiertagsruhe

    Ist es noch zeitgemäß, an etlichen Feiertagen Musik-, Sport- und Tanzveranstaltungen zu verbieten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!