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  • Kritik: "Weibsbilder", denen man besser nicht begegnet

    Frankfurt/M (AP) Unter den Kandidaten für den überflüssigsten deutschen Film 1996 wird die Komödie "Weibsbilder" eine besonders gute Chance haben. Denn der erste Kinofilm des 37jährigen Autors und Regisseurs Leon Boden knüpft im Niveau fast nahtlos an die berüchtigsten einheimischen "Lustspiele" aus den sechziger und siebziger Jahren an.

    Zwar ist in "Weibsbilder" alles etwas schicker und weniger bieder als in den "Lümmel"-Filmen jener Jahre, doch der Humor nicht weniger verquast.

    Boden und das Studio Düsseldorf, dessen erste Eigenproduktion der am 8. August in die Kinos kommende Streifen ist, haben offensichtlich auf den derzeitigen Publikumsboom mit deutschen Komödien spekuliert. Was dabei allerdings herausgekommen ist, kann dem neuerblühten Genre gewiß nicht zur Zierde reichen: Die Handlung knarrend konstruiert, flaue Dialoge, chargierende Schauspieler, dazu Gags direkt aus dem Tiefkühlschrank kennzeichnen "Weibsbilder", denen man besser gar nicht erst begegnet.

    Im Mittelpunkt stehen zwei junge Frauen. Die eine (Andrea Schieffer) ist TV-Moderatorin, die andere (Lydia Andrei) erbt einen heruntergekommenen Sex-Shop namens "Wollust" und hat das Problem, daß ihre Liebhaber stets auf die merkwürdigste Weise ums Leben kommen. Beide Frauen bändeln mit demselben Mann an, nur heißt er für die eine Winnie, für die andere Chip. Natürlich kommt sein Doppelspiel heraus, Winnie/Chip flüchtet, aber er kann den Weibsbildern nicht entkommen. Warum das Ganze unter dem Zeitgeist-Spruch "Es gibt genug Männer im Leben, aber nicht genug Leben in Männern" daherkommt, bleibt das Geheimnis von Autor Boden.

    Und daß sich der begabte Ingo Naujoks in der Doppelrolle des Winnie/Chip auf diesen Un-Komödie eingelassen hat, bleibt ebenso rätselhaft wie die Mitwirkunmg der derzeit populären Esther Schweins in einem Nebenpart. Deprimierend anzusehen ist, wie der gestandene Filmveteran Rolf Zacher in einer Transvestitenrolle herumkaspert. Für "Weibsbilder" wird mit dem Hinweis geworben, eine besonders spektakuläre Szene zu zeigen, nämlich den Sturz eines Stuntman vom 190 Meter hohen Düsseldorfer Rheinturm. Leider ist der Film insgesamt ein Absturz, und im Gegensatz zum Stuntman übersteht er den nicht.

    Von AP-Korrespondent Wolfgang Hübner

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