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  • Kritik: Wehrlose Dinos im Profit-Fleischwolf

    Zum Schluss auch noch Invasion der US-Marines

    Dieser Film, den Joe Johnston inszeniert hat, läuft in den Kinos am 2. August an. Noch einmal soll mit dem Leinwand-Zauber der wiedergeborenen Dinosaurier arglosen Kinobesuchern das Geld aus der Tasche gelockt werden.

    Doch war der erste Film von Steven Spielberg zumindest tricktechnisch eine Sensation, stellte sich die unvermeidliche Fortsetzung, ebenfalls von Spielberg, schon als recht konstruiert heraus. Die dritte Auflage nun ist schlicht ein Machwerk, bei dem die wehrlosen Giganten der Vergangenheit erbarmungslos durch den Profit-Fleischwolf gedreht werden, um noch einmal die Kinokassen aufleuchten zu lassen. Ein Jammer ist es, einen so guten Schauspieler wie den Australier Sam Neill durch eine Handlung stolpern zu sehen, bei der die kitschige Rettung einer amerikanischen Kleinfamilie weit mehr im Mittelpunkt steht als die populären Dinos.

    Die zusammengestoppelte Szenenfolge dieses Films als Geschichte zu bezeichnen, würde dem ebenso logik- wie überraschungsfreien Geschehen zu viel Ehre antun. Die Autoren, zu denen auch Regisseur Johnston zählt, haben sich mit minimalem Aufwand an Fantasie eine Handlung ausgedacht, um die Furcht erregenden Kolosse immer dann ins Bild zu bringen, wenn die menschlichen Figuren wie die angeödeten Zuschauer im Parkett mal wieder aufgescheucht werden müssen. Aber das geschieht derart lieblos, dass nie der Verdacht zerstreut werden kann, hier nur aufgewärmte Schnipsel aus den ersten beiden "Jurassic Park"-Folgen vorgeführt zu bekommen.

    Einzig die Flugechsen stellen eine gewisse Neuigkeit dar. Doch auch ihr mächtiger Flügelschlag vertreibt nicht das Desinteresse an den um ihr Überleben auf der wunderschönen Dino-Insel kämpfenden Hauptfiguren. Denn keine unter diesen erweckt irgendein näheres Interesse, vorgeführt werden Abziehbilder statt Charaktere. Außer dem sicherlich nur an der Gage interessierten Neill kommen die anderen Darsteller wie Laura Dern. Tea Leoni oder Alessandro Nivola lediglich aus der zweiten oder dritten Reihe der Hollywood-Garde, ihre Leistung ist entsprechend.

    Immerhin dezimieren die Fleisch fressenden Raptoren - sozusagen die weißen Haie unter den Dinos - das Filmpersonal nach Kräften. Das ist zweifellos ein erfreulicher Aspekt. Gleichwohl können sich die Sympathieträger allesamt retten, wozu auch eine martialische Invasion hochgerüsteter US-Marines des Costa Rica gehörenden Eilands am Schluss beiträgt. Dieser Film, zu dem Spielberg immerhin noch seinen Namen als Produzent beitrug, scheut eben vor keiner Dummheit zurück. Aber schließlich wird niemand gezwungen, dafür auch noch Geld auszugeben.

    Wolfgang Hübner, AP

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