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  • Kritik: Walzer trifft HipHop

    Walzer mit «fettem Beat» und Foxtrott im Feinripp-Unterhemd mit Goldkettchen: Dank dem erfrischend frechen und feurig modernen Tanz ist «Dance!» mehr als nur ein weiterer US-Tanzfilm.

    Die Geschichte selbst rund um den Tanzlehrer Pierre Dulaine alias Hollywoodstar Antonio Banderas ist vom nicht gerade neuen Typ «Reicher Weißer hilft selbstlos armen Schwarzen». Doch dann treffen George Gershwin auf HipHop sowie Walzer und Tango auf coole Kids mit Gettoblaster. «Dance! Jeder Traum beginnt mit dem ersten Schritt» startet am 25. Mai in den deutschen Kinos.

    Der Film will eine wahre Geschichte erzählen. Doch wird das Leben des New Yorker Tanzlehrers Dulaine mit Klischees über die sozialen Missstände im Armenviertel Bronx kinotauglich aufgepeppt. Da sind die reichen, weißen Uptown-Mütter, die ihre Kinder in schönen Kleidern bei Tanzturnieren brillieren sehen wollen. Und da sind Alkoholiker- Väter und Prostituierten-Mütter, deren Söhne in Bandenkriegen sterben oder mit gestohlener Ware dealen. Alles erinnert sehr an den Tanzfilm «Save the Last Dance» aus dem Jahr 2001.

    Doch da ist ja noch Antonio Banderas. Entgegen seiner Welterfolge «Die Maske des Zorro» und «Evita» spielt der Hollywoodstar als Pierre Dulaine einen angenehm kleinen Großstadt-Helden: Sympathisch - nicht schleimig, adrett - nicht steif, natürlich sexy - aber kein unwiderstehlicher Verführer. Er brilliert mit Charme, überzeugender Leidenschaft für Tanz und einem sprühenden Humor.

    Als er sieht, wie Rock das Auto der Schuldirektorin mit einem Golfschläger demoliert, will er statt einer Anzeige den Kindern mit klassischem Tanzunterricht helfen. Die Direktorin hält Walzer, Tango und Foxtrott für eine noch härtere Strafe als bloßes Nachsitzen und gibt Dulaine die schwersten Fälle ihrer Schule an die Hand. Erst als er von einem Turnier mit 5000 Dollar Preisgeld erzählt, bekommt er die Jugendlichen langsam auf seine Seite.

    Paartanz mit Körperkontakt ist ihnen allerdings fremd. Besonders Rock (Rob Brown, «Forrester - gefunden!») und LaRhette (Leindwanddebüt für YaYa DaCosta), deren Brüder bei einem Kampf verfeindeter Gangs starben, weigern sich miteinander zu tanzen. Erst unter mächtigem Druck der Direktorin und dank Überredungskünsten von Dulaine lassen sich die beiden aufeinander ein. Schließlich können Tanzschüler ihren Lehrer von den Vorzügen des HipHop überzeugen und kreieren dank «günstig beschafftem, geborgtem, und vom Boden geholtem» Musik-Equipment ihren eigenen Sound - den HipHop-Ballroom.

    Eigentlich rückt der Turniersieg in greifbare Nähe, doch Streit zwischen den pubertierenden Kids, feindlich gesinnte Lehrer und hochnäsige Konkurrenten rauben den Tänzern den Mut. Aber der vom Erfolg seines selbstlosen Projekts überzeugte Dulaine lässt sich nicht beirren.

    Mehr Tanz und weniger unbeantwortete Fragen zu sozialen Problemen hätten «Dance!» gut getan und manch aufgesetzt wirkenden Dialog erspart. Auch wenn der Verlauf des Films in keiner Minute überrascht, sind die Tanzeinlagen spektakulär. Hier kommt zugute, dass die Produzenten nicht auf tanzende Schauspieler, sondern auf spielende Tänzer gesetzt haben. So wirkt die Botschaft des Films authentisch: «Tanzt du gern? Dann bist du fürs Tanzen gemacht.»

    Von Denni Klein, dpa

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