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  • Kritik: Wall-E und die Liebe

    Auch schon in Wall-E verliebt? Er ist ein braver Roboter, der Tag für Tag die Erde aufräumt, bis er sich in die niedliche Roboter-Dame Eve verliebt. "Wall-E", der neue Film aus den Pixar Animation Studios, ist erneut ein regelrechtes Kunstwerk geworden - nicht nur für die Kinder.

    "Wall-E": Man kann über die ausgetüftelte Animationstechnik staunen. Man kann den Mut der Macher bewundern, einen Film zu produzieren, der weite Strecken ohne ein gesprochenes Wort auskommt. Man kann die zahlreichen Anspielungen auf Science-Fiction-Filme genießen. Oder sich schlichtweg in den süßesten Roboter verknallen, den das Kino jemals erlebt hat.

    Die Pixar-Studios haben mit Andrew Stanton - für "Findet Nemo" erhielt er den Oscar - einen Regisseur an Bord, der ein wahrhaft großer Geschichtenerzähler ist. Der Film beginnt regelrecht düster: Wall-E ist in einer fernen Zukunft der letzte Roboter auf Erden. Die Menschheit hat den Planeten zurückgelassen - völlig zugemüllt. Nur Wall-E wurde irgendwie vergessen, und brav erfüllt er Tag für Tag seine Pflicht: Er presst den herumliegenden Müll zu kleinen Quadern zusammen und stapelt diese. Der Letzte räumt die Erde auf. Bis eines Tages ein menschliches Raumschiff landet und einen Forschungsroboter namens Eve aussetzt: Eve soll nachsehen, ob die Erde sich inzwischen erholt hat und eventuell eine Neubesiedlung möglich wäre. Der rostige, kauzige, neugierige Wall-E verliebt sich auf Anhieb in die schneeweiße, hochmoderne Roboter-Dame - es beginnt eine zuckersüße Liebesgeschichte.

    Die Animationskünstler von Pixar haben mit ihren Figuren Wall-E und Eve die Formel entdeckt, wie man das Kindchenschema auf Roboter überträgt. Kinder wollen die beiden mit ins Bett nehmen, Erwachsene sofort adoptieren - nahezu ohne Worte zeigen Wall-E und Eve dermaßen viele Emotionen, dass sie einen enorm hohen Knuddelfaktor besitzen.

    Rund um seine beiden Hauptfiguren erschafft Regisseur Andrew Stanton eine vielfältige Welt der Zukunft, in der besonders der Blick fürs Detail begeistert. Als Eve wieder zurück zum großen Raumschiff, in dem die Menschheit überlebt, geholt wird, folgt ihr Wall-E. Und trifft auf Putzigkeiten wie den Putz-Roboter M-O, dessen Aufgabe es ist, alle Roboter sauber zu halten und der an Wall-E verzweifelt.

    Stantons Stärke zeigt sich - wie auch schon bei "Findet Nemo" - in der Ausarbeitung der Figuren und der Geschichte. Schwächen offenbart er da, wo "Wall-E" einen moralisierenden Unterton bekommt. Kinder, müllt euren Planeten nicht zu. Kinder, bewegt euch genug, sonst werdet ihr zu dick. Dass Stanton sich nicht die Mühe macht, diese Botschaften sanft in die Geschichte einzuweben, sondern arg plakativ damit umgeht, trübt zumindest den Filmgenuss eines selbst denkenden Kinogängers, der einer vorgekauten "Moral von der Geschicht"" wenig abgewinnen kann. Die Pixar-Studios haben es mit "Wall-E" dennoch geschafft, ihrem Ruf als unschlagbare Animationskünstler wieder gerecht zu werden. Sie sind brillant bei der Technik, überraschend beim Geschichtenerzählen und geradezu liebevoll beim Erschaffen ihrer Helden. Das macht sie einzigartig - und "Wall-E" zu einem absoluten Muss nicht nur für Trickfilmfreunde. Die werden sich im Übrigen auch über den Kurzfilm "Presto" freuen, der vorab gezeigt wird: ein Häschen im Kampf mit einem Zauberkünstler.

    Michael Defrancesco, Rhein-Zeitung

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