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  • Kritik: Während du schliefst Komödiantische Großstadtromanze

    Hollywoods Nachwuchsstar Sandra Bullock hat eine Vorliebe für den Nahverkehr: In "Demolition Man" fuhr sie ein Stadtauto der Zukunft, in "Speed" saß sie am Steuer eines Linienbusses, und in ihrem neuesten Film verbringt sie ihre Tage als Fahrkartenverkäuferin bei den Chicagoer Verkehrsbetrieben. Die alleinstehende Lucy hat bereits einen Mann im Auge: einen gutaussehenden Fremden (Peter Gallagher), stets geschmackvoll gekleidet und korrekt im Umgang mit seinen Mitmenschen. Jeden Tag läuft er am Schalterhäuschen vorbei zum Bahnsteig, wohin ihn Lucy mit träumerischen Blicken begleitet.

    Eines Tages wird ihr Schwarm Opfer eines Raubüberfalls und stürzt auf die Bahngleise. In letzter Minute kann Lucy den Mann ihrer Träume vor dem herannahenden Zug retten. Ins Koma gefallen, kommt der Angebetete ins Krankenhaus, wo sich Lucy notgedrungen als seine Verlobte ausgibt, um in seiner Nähe sein zu dürfen. Damit fangen die Komplikationen aber erst an: Denn die Eltern ihres "Verlobten" vereinnahmen die zukünftige Schwiegertochter sofort, was dieser etwas Unbehagen bereitet, haben doch Lügen bekanntlich kurze Beine. Doch die Geborgenheit und Sympathie, die ihr entgegenschlagen, sind wiederum Balsam für Lucys einsame Seele. Peter liegt derweilen weiterhin im Koma.

    Eines Tages aber taucht dessen Bruder Jack (Bill Pullman) auf, ein lebensfroher, hemdsärmeliger Junggeselle, der dem neuen Familienmitglied viele bohrende Fragen über dessen Verhältnis zu seinem komatösen Bruder stellt. Viel schlimmer aber ist, daß sich Lucy nach und nach in den gutaussehenden, charmanten und witzigen Jack verliebt. Doch Gefühle kann und darf sie dem Bruderherz nicht gestehen: Schließlich ist sie mit Peter "verlobt".

    Jon Turteltaub ("Cool Runnings"), auf Komödien spezialisiert, ist wieder eine liebenswerte, augenzwinkernde und vor allem herzergreifende Komödie gelungen, Hauptdarstellerin Sandra Bullock mauserte sich mit ihrer unverbrauchten, charmant-kokettierenden Art vom traurigen Aschenputtel zur munteren Prinzessin. Mit viel Ironie und Situationskomik gelingt es dieser Großstadtromanze, die Herzen dies- und jenseits der Leinwand ohne große Anstrengung zu erobern.

    Länge: 103 Minuten. FSK: Freigegeben ab 6 Jahren. Drehbuch: Daniel G. Sullivan, Fredric Lebow. Kamera: Phedon Papamichael. Regie: Jon Turteltaub. Darsteller: Sandra Bullock, Bill Pullman, Peter Gallagher, Peter Boyle, Jack Warden.

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