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  • Kritik: Von Machos und Frauenverstehern

    Europas Machos sind in Gefahr. Skrupellos werden die Superlover des Kontinents der Reihe nach ermordet. Ob der italienische «Fickelangelo» oder der deutsche Heinz Hummer mit dem «Frankfurter Riesenwürstchen»: In «European Gigolo» ist kein Frauenheld mehr sicher, bis US-Komiker Rob Schneider («Mr. Deeds») dem Mörder auf die Schliche kommt.

    Doch auf spannende Momente oder amüsante Comedy wartet der Zuschauer - trotz der irrwitzigen Handlung - vergebens. In seinem Kinodebüt beschränkt sich der amerikanische Regisseur Mike Bigelow darauf, abgegriffene Klischees aneinander zu reihen.

    Sechs Jahre nach seinem Leinwanderfolg «Rent a Man - Ein Mann für gewisse Stunden» kehrt Schneider in der Rolle des Deuce Bigalow auf die Leinwand zurück. Unter der Regie von Mike Mitchell war der tumbe Anti-Held einst vom Aquariumreiniger bis zum Superlover aufgestiegen. Auch in der Fortsetzung «European Gigolo» dreht sich alles um die käufliche Lust. Diesmal reist Bigalow nach Amsterdam, um seinen ehemaligen Zuhälter und Freund T.J. Hicks (Eddie Griffin, «Scary Movie 3») zu besuchen und mehrere Morde aufzuklären.

    Für den Touristen aus dem prüden Amerika ist Amsterdam ein Mekka der Liebenden. Hier werden an jeder Straßenecke Pornos gedreht und barbusige Frauen im Fernsehen gezeigt, die aufreizend das Wetter vorhersagen. Doch was verheißungsvoll mit einigen witzigen Situationen beginnt, entpuppt sich schnell als wenig geistreiche, überdrehte Komödie.

    Die Gigolos von Amsterdam haben sich zu einer eigenen Gewerkschaft zusammengefunden. Mit prallgefüllter Hose und frisiertem Bärtchen gibt ihr Vorsitzender «Sir Buckingham Phallus» im Männerclub den Ton an und verurteilt vorschnell T.J. Hicks als vermeintlichen Mörder seiner Kollegen. Nur Bigalow glaubt an die Unschuld seines Freundes und an eine Frau, die die selbstverliebten Machos aus Hass umbringt.

    Schon im Comedystreifen «Animal - Das Tier im Manne» hatte Rob Schneider eine Vorliebe für eigentümliche Frauen bewiesen. In «European Gigolo» liebt er sich nun auf der Suche nach der rachsüchtigen Lady durch Amsterdams Schlafzimmer. Wie in einer Produktion von Adam Sandler zu erwarten, wird an derben Sprüchen und böswilligen Scherzen nicht gespart. Bigalow liebt vorzugsweise Frauen, die ein Handicap haben: Ob riesige Ohren, Zwangsneurosen oder fehlende Kehlköpfe - es gibt keine kaufkräftige Dame, und sei sie noch so hässlich, die Bigalow verschmäht. Nach kurzer Zeit hat der Zuschauer jedoch genug schlüpfrige Szenen und zweideutigen Klamauk gesehen. Der Film endet in einer langweiligen Endlosschleife um käuflichen Sex und echte Gefühle.

    dpa

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