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  • Kritik: Von Lebensalternativen, ergriffenen und verpassten Chancen

    Jack Campbell hat alles, wovon ein Junggeselle in New York nur träumen kann: Ein schickes Penthouse in Manhattan, eine beneidenswerte Kunstsammlung, ein Ankleidezimmer voller teurer Anzüge, einen flotten Ferrari und begehrenswerte Frauen im Überfluss. Doch was wäre, wenn er sich vor genau 13 Jahren für ewige Treue entschieden hätte, anstatt sich in eine Karriere in der internationalen Finanzwelt zu stürzen?

    Mit Lebensalternativen, ergriffenen und verpassten Chancen befasst sich der Film "Family Man", der an diesem Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft. Hollywoodstar Nicolas Cage (36) spielt in der Rolle des Jack Campbell nach Jahren erstmals wieder einen liebenswerten, romantischen Charakter.

    Es ist Weihnachtsmorgen und Jack Campbell, der am Heiligen Abend auf seiner mit Seidenlaken bezogenen Junggesellen-Matratze in Manhattan in den Schlaf gefallen war, erwacht auf mysteriöse Weise in karierten Flanell-Pyjamas. Auf seinem Bett springt ein kleines Mädchen herum, dass begeistert "Daddy" ruft. Im Hintergrund schreit ein Baby. Neben ihm liegt eine verschlafene Blondine namens Kate (Tea Leoni). Jack findet sich in der Vorstadt wieder, in New Jersey. Hier ist er plötzlich von Beruf Autoreifen-Verkäufer. Und Ehefrau Kate ist die Jugendliebe, die er doch eigentlich vor mehr als einem Jahrzehnt verlassen hatte, um der Karriere wegen ein Praktikum in London zu machen.

    In panischer Verwirrung springt Jack in den Kleinbus, der vor dem Haus steht, und rast nach New York. Doch dort, in seinem eigentlichen Leben, scheint sich weder der Pförtner seines Appartements noch der Wachmann in seinem Bürogebäude an ihn zu erinnern. Jack dämmert es: Er, der Karrieremensch mit der festen Überzeugung, ihm fehle nichts zum Glück, soll hier getestet werden.

    Zu "Besuch" in seinem alternativen Leben als Familienvater muss Jack so einiges durchmachen: Windelwechseln, Reifenverkäufe und Rasenmähen bei Tage, Bowling bei Nacht. Doch trotzdem fühlt er sich in dieser Vorstadtwelt immer mehr zuhause - so sehr, dass in ihm die Sehnsucht nach einer zweiten Chance, danach, die Zeit zurückdrehen zu können, erwacht.

    Dieses romantische Motiv beigeisterte Nicolas Cage für die Rolle. "Ich mag die Idee, zum Flughafen zu rennen, und zu versuchen, die Frau zurückzukriegen", sagt der Schauspieler. In seinem eigenen Leben sei er darin meist nicht erfolgreich, räumt Cage ein, der gerade mitten in seiner Scheidung von Patricia Arquette steckt.

    "Family Man" sei für ihn eine Art Rückkehr zu Filmen wie "Moonstruck" (Mondsüchtig), zu Rollen, in denen er sich in den 80er Jahren zuhause gefühlt habe. In den vergangenen Jahren (mit Ausnahme von "City of Angels", einem Remake des Wenders-Film "Der Himmel über Berlin") habe er einige Filme in Folge gedreht, die intensive, düstere Porträts unglücklicher Menschen gewesen seinen. "Family Man war da eine schöne Abwechslung, ein bisschen positiver und lebensbejahender", so der Schauspieler, der für seine Rolle in "Leaving Las Vegas" (1995) einen Oscar gewann.

    Auch für Tea Leoni (34) war der Film der passende Job im richtigen Moment. Für die Ehefrau von "X-Files"-Star David Duchovny ist es die erste Rolle nach ihrer Babypause (Tochter Madeleine West kam im April 1999 zur Welt). "Eine Mutter innerhalb einer spektakulären Beziehung zu spielen, war einfach perfekt. Das war sehr harmonisch", sagt Leoni. Anfängliche Bedenken, sich damit sowohl privat als auch beruflich auf die Mutterrolle festzufahren, sind inzwischen zerschlagen. Leoni steht zur Zeit für eine neue Folge des Dinosaurier-Schockers "Jurassic Park" vor der Kamera.

    "Family Man" ist ein ebenso unterhaltsames wie romantisches Kino- Märchen, dass zum Fantasieren über die eigenen Lebensentscheidungen anregt. Regisseur Brett Ratner ("Rush Hour") war es besonders wichtig, keinen der beiden gegensätzlichen Lebensstile zu verurteilen. "Es geht nicht um die gute gegen die schlechte Wahl", meint der Regisseur, "sondern darum, wie eine einzige, scheinbar unbedeutende Entscheidung einfach alles verändern kann."

    Anna-Barbara Tietz, dpa

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