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  • Kritik: Vom Nobody zum Somebody

    Eine Demütigung zu erfahren, ist mit das Schlimmste, was einem Mann passieren kann. Noch schlimmer wird es, wenn Tochter und Kollegen dabei zusehen.

    In Joe Scheffer (Tim Allen) löst der Kinnhaken, den ihm sein großmäuliger Kollege Mark McKinney (Patrick Warburton) vor aller Augen auf dem Firmenparkplatz verpasst, eine unheilvolle Gier nach Selbstachtung aus - und nach Rache. 98 Minuten lang erzählt John Pasquin ("Santa Clause - Eine schöne Bescherung") in seiner neuen Komödie die Wandlung von "Joe Jedermann" zu Joe, der etwas ganz Besonderes sein will.

    Wandlung vom sanften Simpel zum selbstbewussten Zuschläger

    In seinem bisherigen Leben nämlich gehörte Joe Scheffer zu den Menschen, die gern übersehen werden: Vom Chef, der den Videospezialisten bei der Beförderung mal eben übergeht, oder von der eigenen Ehefrau Callie (Kelly Lynch), die den scheinbar einfältigen Gatten lieber gegen einen esoterisch angehauchten Schauspieler eintauscht. Nur Tochter Natalie (Hayden Panettiere) hält zu ihrem Papa - und Kollegin Meg (Julie Bowen), die an Joe Gefallen findet, noch vor seiner Wandlung zum selbstbewussten Zuschläger. Denn mit Karate-Training und Muskel-Aufbaupräparaten verfolgt der nur ein Ziel: "Ich bin fest entschlossen, Marc McKinney in den Arsch zu treten."

    Was will der Mann eigentlich wirklich?

    Kampftrainer Chuck (Jim Belushi) ist behilflich, die Kollegen sind beeindruckt und willig, den bis dato für sie unsichtbaren Joe in ihren Kreis aufzunehmen. Selbst Ex-Frau Callie fühlt sich wieder zu Joe hingezogen - doch was will der eigentlich? Seine Würde tatsächlich im Kampf gegen McKinney zurückerobern? In der erlauchten Gesellschaft der hippen Kollegen den großen Macker geben? Einen Firmenparkplatz direkt vorm Eingang? Genugtuung? Rache? Bis Joe Scheffer begreift, worauf es in seinem Leben ankommt, vergehen so einige innere Kämpfe.

    Jim Belushi - immer für einen treffsicheren Haken gut

    Die meisten davon ficht Joe alias Tim Allen, mit dem John Pasquin bereits "Santa Clause", "Aus dem Dschungel in den Dschungel" und die TV-Serie "Hör' mal, wer da hämmert" drehte, allein aus - wenngleich von Seiten der Nebendarsteller frischer, komödiantischer Wind herüber weht. So ist Jim Belushi immer für einen treffsicheren Haken gut. Ebenso wie Greg Germann als Joes Boss Jeremy, der hier den gleichen anzüglich-oberflächlichen Charakter gibt wie als Richard Fish in "Ally McBeal".

    Zu wenig Pepp und Witz - zu viel Moral

    Alles in allem aber reißt die Geschichte von Drehbuchautor John Scott Shepherd das Kinopublikum sicher nicht aus seinen Sitzen: Der großartigen Kelly Lynch wird leider kaum Raum gegeben, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, dafür nervt Hayden Panettiere als neunmalkluge Zwölfjährige ungemein. Der Story fehlen Pepp und Witz, stattdessen wird die Moral am Ende groß geschrieben. Ist eine gelungene Komödie leichtfüßig, kommt diese eher schwerfällig daher.

    Alexandra Pilz, ddp

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