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  • Kritik: Voll Intensität und Spannung

    Nach einem Streit mit Freundin Katja (Antje Westermann), den der Autoverkäufer Phillip Wagner (Benno Führmann) in seinem roten Ford übers Handy ausgefochten hat, überfährt er auf einer einsamen Landstraße ein Kind. Wagner begeht Fahrerflucht. Das ist der tragische Auftakt zur bewegenden Geschichte zweier Menschen, die Christian Petzold in seinen Film "Wolfsburg" voll Intensität und Spannung erzählt.

    Der in repräsentativem Wohlstand lebende Autoverkäufer nimmt außer sich selbst nicht viel wahr. Das führt zu einer ernsthaften Beziehungskrise mit seiner Lebensgefährtin Katja, die in dem folgenschweren Handygespräch gipfelt. Nach dem Unglück glaubt Wagner zunächst, noch einmal davon gekommen zu sein, denn im Krankenhaus erfährt er, dass der Junge überlebt hat und aus seinem Koma aufgewacht ist.

    Aufgerüttelt durch das Ereignis setzt Phillip nun alles daran, sein Leben in Ordnung zu bringen. Er macht seiner Freundin einen Heiratsantrag und fährt mit ihr in einen Liebesurlaub nach Kuba, natürlich nicht ohne vorher alle Spuren am Auto beseitigt zu haben.

    Phillips Geheimnis schwebt über der neuen Liebe

    Nach seiner Rückkehr erfährt er jedoch durch ein am Straßenrand aufgestelltes Kreuz, dass der Junge gestorben ist. Mutter Laura (Nina Hoss) ist völlig zusammengebrochen und versucht vergeblich, ihr geregeltes Leben wieder aufzunehmen. Verzweifelt klammert sie sich daran, den Täter selbst ermitteln zu können.

    Phillip nähert sich ihr, gibt ihr neuen Halt und protegiert sie - zunächst aus schlechtem Gewissen. Während dabei Wagners Leben immer mehr aus den Fugen gerät, findet Laura zu sich zurück und kann einen neuen Anfang machen. Schließlich verlieben sich die beiden ineinander, doch Phillips Geheimnis schwebt über der gemeinsamen Zukunft.

    Mit äußerst sparsamen Mitteln und ohne Hintergrundmusik

    Mit äußerst sparsamen Mitteln und ohne Hintergrundmusik hat Christian Petzold ein bewegendes Drama inszeniert. Die Dialoge sind auf ein Minimum reduziert und die Kamera verlässt selten den am Anfang einer Szene gewählten Bildausschnitt. Zum Glück tragen die hervorragenden Darsteller Benno Führmann, Nina Hoss und Antje Westermann diese statische Bildsprache und erzeugen durch ihr Spiel eine anhaltende Spannung.

    Auf engem Raum in Autos entfalten sich die Figuren

    Dabei haben die in Autos gefilmten Szenen die stärkste Lebendigkeit und Intensität. Auf engem Raum entfalten sich die Figuren, erfahren Geborgenheit, erleiden aber auch folgenschweren Lebensimpulse. Die Sicht der Protagonisten nach draußen bleibt begrenzt, die kühle und unpersönliche Umwelt wird nur in einem sehr engen Blickwinkel wahrgenommen.

    So hat Petzold dem Filmtitel und der Autostadt Wolfsburg entsprechend einen bewegenden Film in Autos gedreht, in und durch deren Karosserien die Lebenswege seiner Figuren entscheidend beeinflusst werden.

    Angelika Piller, ddp

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