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  • Kritik: Vincent Wards himmlische Fantasy-Romanze

    Können Gefühle so stark sein, daß sie die Grenzen von Raum und Zeit überwinden und die Liebe sogar über den Tod hinausgeht? Diese metaphysische Frage steht im Zentrum des amerikanischen Kinofilms "Hinter dem Horizont - Das Ende ist nur der Anfang".

    Der neuseeländische Regisseur Vincent Ward ("Flucht aus dem Eis") siedelte den Film in einer farbenprächtigen visuellen Welt an, wie sie bisher kaum auf der Kinoleinwand zu sehen war: prachtvoll, poetisch, phantastisch.

    Gutgelaunt steigt der sympathische Kinderarzt Chris (Robin Williams) in seinen Wagen, um mit seiner Frau Annie (Annabella Sciorra) ihren gemeinsamen Jahrestag zu feiern. Doch das Schicksal schlägt ihm ein Schnippchen. Auf seiner Fahrt durch einen Tunnel wird er Zeuge einem schweren Autounfalls. Als Chris dabei zu Hilfe eilt, wird er selbst von einem ihm entgegenschleudernden Fahrzeug erfaßt. Er erwacht in einer phantastischen Landschaftsbilderwelt voller Schönheit und Farbenvielfalt, die ihn an die kunstvollen Gemälde seiner Frau erinnert. Denn in der Welt hinter dem Horizont lebt jeder Verstorbene in seine höchstpersönlichen Vorstellung weiter. "Die Gedanken sind die Wirklichkeit, das Materielle ist die Illusion", erläutert ihm Albert (Cuba Googing Jr.), der ihn in dieses himmlische Paradies einführt.

    Für die Spezialeffekte dieser malerisch schönen Kinobilder zeichnen die Oscar-Preisträger Joel Hynek und Nick Brooks von Digital Domain und POP Films verantwortlich: Mittels modernster Computertechnologie verwandeln sie zweidimensionale Gemälde in eine dreidimensionale Welt, die von den Werken Monets, van Goghs und Caspar David Friedrichs inspiriert ist. Um die perfekte Verschmelzung von Realität und Illusion zu erreichen, wurden Schicht für Schicht reale mit computeranimierten Bildern zusammengesetzt.

    In dem Land hinter dem Horizont findet sich Chris in der visuellen Kraft jenes Bildes wieder, das Annie nach seinem Tod vollendet. Als sie ihr Werk in ihrer Trauer wieder zerstört, entfacht dort ein Sturm. In ihrer Verzweiflung setzt die labile Künstlerin, die bereits nach dem Tod ihrer beiden Kinder einen Selbstmordversuch unternahm, ihrem Leben ein Ende. Da die Selbstmörder in der Hölle landen, wird Chris sie niemals wiedersehen. Doch seine bedingungslose Liebe zu Annie verleiht ihm die Macht, die Grenze zwischen Himmel und Hölle zu überschreiten.

    Die Vorlage zu dieser romantischen Liebesgeschichte lieferte der amerikanische Autor Richard Matheson mit seinem 1978 veröffentlichten Roman "Hinter dem Horizont", den der oscar-gekrönte Drehbuchautor Ronald Bass ("Rain Man") für die Kino-Verfilmung adaptierte. Erst die jüngsten technischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Spezialeffekte ermöglichten es, diese filmische Vision auf der Kinoleinwand umzusetzen. Mit dieser himmlischen Fantasy-Romanze ist Regisseur Ward eine abenteuerliche Reise durch eine phantastische Traumwelt gelungen, die visuell völlig neue Maßstäbe setzt.

    Birgit Heidsiek, dpa

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