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  • Kritik: Viel Sex und viele Probleme

    Alfred (Hary Prinz) beschwert sich über «ordinäre Schmierereien im Lift» und findet Klassik «unglaublich leidenschaftlich». Seine Ehefrau Eva (Petra Morzé) reagiert auf derartige Statements nur Schulter zuckend.

    Kein Wunder: Sie hat sich gerade von ihrem Liebhaber vor den Augen des jungen Zimmerkellners oral befriedigen und beim Onanieren fotografieren lassen. «Antares» ist ein verstörender Film - und das nicht nur wegen des österreichischen Dialekts der Darsteller.

    Mit seinen Sexszenen erinnert er an Filme wie «Intimacy» und «Romance», handwerklich besticht er durch eine interessante Montage-Technik: Regisseur Götz Spielmann erzählt nacheinander die Geschichte dreier Paare, deren Wege sich manchmal in der Hochhaussiedlung einer Wiener Vorstadt mehr oder minder zufällig kreuzen.

    Eva, Mutter einer pubertierenden Tochter, lebt mit ihrer Zufallsbekanntschaft, einem polnischen Arzt auf der Durchreise, all das an Tabu- und Schamlosigkeit aus («Mach mit mir, was du willst!»), was sie in ihrer gutbürgerlichen Ehe mit wohltemperierter Klassik- Musik vermisst. Bei allen Grenzüberschreitungen wird ein höflicher Umgangston gewahrt.

    Anders sieht es bei den anderen beiden Paaren aus, in deren Welten sich die Männer darüber austauschen, wie laut welche Frau beim Sex ist. Die krankhaft eifersüchtige, kindliche Supermarktkassiererin Sonja (Susanne Wuest) liefert ihrem (untreuen) Freund Marco (Denis Cubic), einem Jugoslawen, heftige Szenen und versucht ihn über eine vorgegaukelte Schwangerschaft an sich zu binden. Als Marcos Seitensprung mit der allein erziehenden Nicole (Martina Zinner) auffliegt, unternimmt Sonja einen Selbstmordversuch. Damit nagelt sie ihren Marco fest: Im Sommer soll geheiratet werden.

    Noch trister ist das Leben für Marcos Seitensprung Nicole: Sie sucht vor allem Ruhe vor ihrem gewalttätigen Ex-Mann Alex (Andreas Kiendl), einem selbstgerechten Verlierer, der sich und anderen die traurige Realität seines Lebens gnadenlos schönt.

    Spielmann wartet in «Antares» mit keinem einzigen wirklichen Sympathieträger auf. Stattdessen werden Langeweile, Leidenschaft, Lügen, Eifersucht und Hass schonungslos präsentiert. Überzeugend sind die unverbrauchten Schauspieler, die zumindest der deutsche Zuschauer noch nicht mit einer festen Typzuweisung verbindet. Für fast alle ist es das Kino-Debüt. Mit «Antares» geht Österreich in das Rennen um den Auslands-Oscar 2005.

    dpa

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