40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Viel Lärm um nichts: müder High-Tech-Thriller "Congo"
  • Kritik: Viel Lärm um nichts: müder High-Tech-Thriller "Congo"

    Koko hieß der wirklich tierische Titelstar amerikanischer Medien Ende der 70er Jahre: Eine per Handzeichen kommunizierende Gorilladame. Prompt erlag Erfolgsautor Michael Crichton Kokos Charme und machte aus der Idee einen Bestseller. Schon aus anderen Crichton-Texten wie "Dino Park" oder "Enthüllung" waren Kinohits geworden, und so nahm sich Hollywood auch des Buches "Congo" an. Das Ergebnis kommt an diesem Donnerstag (17.8) in die Kinos: Ein Thriller um Forschung und Hochtechnologie, alte Mythen, abgerichtete Tiermonster und das kapriziöse Gorilla-Girl Amy.

    Eine Expeditionsgruppe, so der Filmplot, sucht im Auftrag einer US-Firma in Afrika nach reinen Diamanten zur Entwicklung besserer Kommunikationssysteme. Zunächst scheint alles klarzugehen: Der Expeditionschef berichtet via Satellit über aufregende Funde, dann jedoch bietet sich auf dem Schirm ein Bild des Grauens. Die Teilnehmer liegen tot zwischen Trümmern, ein affenähnliches Monster springt durch die Szenerie, der Expeditionsleiter ist verschwunden.

    Die Wissenschaftlerin Karen Ross wird nach Afrika auf die Suche geschickt. Sie schließt sich dem Team des Primatenforschers Peter Elliot an, der das Gorillaweibchen Amy in seine Heimat zurückbringen will. Elliot hat Amy in langjähriger Arbeit die amerikanische Zeichensprache beigebracht, zudem kann über einen Computer ihr Fingeralphabet in gesprochene Sprache verwandelt werden. Zu der Truppe stößt der skurrile Abenteurer Homolka, der auf der Suche nach der legendären versunkenen Diamantenstadt Zinij ist. Ehe sie ans Ziel kommen, müssen Amy und ihre Begleiter zahlreiche Gefahren bestehen einschließlich politischer Unruhen und einem wütenden Flußpferd. Ihrer harrt tatsächlich die mythische Stadt, aber auch eine Horde mutierter Gorillas, die Eindringlinge blutig bekämpfen. Da können auch harmlose Gorillamädchen nichts machen.

    Regisseur Frank Marshall hat Crichtons Thriller mit einem hochkarätigen Team und viel Aufwand als Actionfilm inszeniert. Vor die Kamera holte er junge Gesichter wie den hübschen Naturburschen Dylan Walsh als Peter Elliot oder die brave Blondine Laura Linney in der Rolle der Karen Ross. Berufsexzentriker Tim Curry ("The Rocky Horror Picture Show") giert als besessener Homolka nach dem großen Geld. Und unter Amys Fell verbirgt sich eine Schauspielerin - der Affenkopf wird mit moderner Technik ferngesteuert.

    "Mein erster Weg, als ich die Rolle hatte, war der in den Zoo", grinst der sympathische Dylan Walsh. Er beobachtete Gorillas und las viel über Primatologie. "Es bleiben natürlich immer noch Fragen offen", sagte Walsh der dpa. Viel Zeit habe die Vorbereitung auf den Dreh mit der mechanischen Äffin gebraucht. Walsh, der schon vor zehn Jahren sein Schauspiel-Debüt gab, wird nun in Hollywood als Shooting Star gehandelt. "Die Leute gucken sich aber nicht auf der Straße nach mir um", verrät der 31jährige, der in Los Angeles lebt. "Von Natur aus bin ich selbst eher schüchtern und zurückhaltend." Im November wird man ihn als beeindruckenden Sohn von Paul Newman in "Nobody's Fool" in den deutschen Kinos erleben können.

    Den Film "Congo" kann Walshs jungenhafter Charme jedoch nicht retten. Bei allem Aufwand, zahlreichen Special Effects, gigantischen Bildern: Der Zuschauer bleibt seltsam unberührt von dem Donnern und Grausen auf der Leinwand. Der Spannungsfaktor geht gegen Null. Und die Witze mit der äffischen Menschlichkeit, die Affenimitat Amy vorführt, kamen in der Kinderserie "Daktari" besser.

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Mittwoch

    -2°C - 2°C
    Donnerstag

    3°C - 6°C
    Freitag

    4°C - 8°C
    Samstag

    6°C - 9°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!