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  • Kritik: Very british:

    Schritt für Schritt bezwingen die beiden passionierten Kletterer Ray (Pete Postlethwaite) und Steve (James Thornton) eine steile Felswand. Der atemberaubende Blick auf die weite Landschaft vermittelt ihnen ein Gefühl der Freiheit.

    Doch dieser Höhenrausch verfliegt, sobald sie wieder auf den Boden der Tatsachen zurückkehren. Da weder Ray noch Steve in der ehemaligen Stahlarbeiterstadt Sheffield eine feste Beschäftigung finden, sind sie gezwungen, jeden Gelegenheitsjob anzunehmen. In seinem ersten Kinofilm "Zwischen Himmel und Erde" erzählt der britische Regisseur Sam Miller die Geschichte einer Schwarzarbeiter- Gang, die in drei Monaten eine 15 Meilen lange Strecke gigantischer Hochspannungsmasten anmalen soll.

    Die Vorlage zu dem Film lieferte der britische Autor Simon Beaufoy, der bereits für das Drehbuch der britischen Erfolgs-Komödie "Ganz oder gar nicht" über eine Gruppe arbeitsloser Stripper verantwortlich zeichnete. Auch dem neuen Filmskript hat er sich mit den Träumen und Hoffnungen, Ängsten und Nöten englischer Arbeiter auseinandergesetzt.

    Dem gealterten Ray, der Schwierigkeiten hat, den Unterhalt für seine Ex-Frau und seine Kinder aufzubringen, bleibt keine andere Wahl. Er muß den riskanten Auftrag annehmen, obwohl die Bedingungen inakzeptabel sind. Keiner der illegalen Arbeiter ist versichert, und gezahlt wird erst bei Fertigstellung. Das Gleichgewicht dieser eingeschworenen Männerclique gerät ins Schwanken, als die australische Tramperin Gerry (Rachel Griffiths) zu ihnen stößt, denn die begeisterte Freeclimberin, die Ray und Steve in ihrer Stammkneipe ihre Kletterkünste offenbart, folgt ihnen am nächsten Tag furchtlos auf den Hochspannungsmast.

    Eifersüchtig beobachtet Steve, wie sich zwischen Ray und Gerry allmählich eine zarte Romanze entwickelt. Der rauhe Charme dieser ungewöhnlichen Liebesgeschichte wird durch die Schauplätze unterstrichen, die der Regisseur Sam Miller in der Industrie- Ruinenlandschaft in Sheffield fand. Auf dem Dach eines stillgelegten Gasometers und im Kühlturm eines ehemaligen Kraftwerks genießen Ray und Gerry ihre kleinen Glücksmomente. Wenige Wochen später feiern sie im Country- und Westernclub ihre Verlobung. Die Freude über das Geschenk ihrer Kollegen, die über Nacht einen ganzen Hochspannungsmast rosa angestrichen haben, wird jedoch von einem Streit mit Rays Ex-Frau überschattet.

    Mit seinem Kinodebüt "Zwischen Himmel und Erde" ist dem britischen Regisseur Sam Miller ein stimmungsvolles kleines Melodram gelungen, das in den kraftvollen Bildern des polnischen Kameramanns Witold Stok seine Entsprechung findet. Im gleichen Maße wie die faszinierend weiten Landschaftsaufnahmen mit den kaputten Überresten des postindustriellen Zeitalters kontrastieren, klafft auch im Leben der Protagonisten eine große Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit.

    Birgit Heidsiek, dpa

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