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  • Kritik: Verwirrspiel mit ruhendem Pol

    Der erfahrene Kriminalpsychologe Dr. Alex Cross und die Geheimdienst-Agentin Jezzie Flannigan haben eines gemeinsam: Das Gefühl, beruflich in einer wichtigen Prüfung versagt zu haben. Cross, ein älterer Schwarzer mit viel Erfahrung, verlor seine Kollegin bei einem riskanten Einsatz. Flannigan, jung, blond und smart, konnte nicht die spektakuläre Entführung der kleinen Tochter eines Senators in Washington verhindern. Beide haben also etwas wieder gutzumachen. Die Gelegenheit ergibt sich, als sich der Kidnapper mit Cross in Verbindung setzt.

    Aber die gemeinsame Jagd auf den Verbrecher erweist sich als fast unlösbare Aufgabe, weil dieser Gary Soneji nicht nur intelligent-raffiniert vorgeht, sondern auch mit äußerster Brutalität jeden aus dem Weg räumt, der seinen Weg zur falschen Zeit kreuzt. Noch schwerer wiegt allerdings die Ruhmsucht des Kidnappers, die größer ist als seine Gier auf ein möglichst hohes Lösegeld. Soneji ist zweifellos ein Psychopath, und die kleine Megan ist in seiner Gefangenschaft in höchster Gefahr. Dass sie trotzdem eine Überlebenschance bekommt, verdankt sie dem doppelten Spiel einer Figur, das erst am Schluss des Thrillers "Im Netz der Spinne" enthüllt wird.

    Morgan Freeman gibt Tiefe

    Die 104 Minuten des Krimis, der am 12. Juli anläuft, sind eine durchaus spannende, handwerklich sehr solide gemachte Kost, die der aus Neuseeland stammende Regisseur Lee Tamahori nach dem gleichnamigen Roman von James Patterson bereitet hat. Allerdings verstören einmal mehr jene Szenen, in denen Menschen aus nächster Nähe mit Kopfschüssen umgebracht werden. Und die überraschenden Wendungen der Handlung, besonders zum Schluss hin, werfen Fragen nach der Logik des Geschehens auf. Ansonsten aber ist einer der besseren Hollywood-Thriller zu sehen, der von Matthew Leonetti ohne Effekthascherei angenehm nüchtern fotografiert wurde.

    Die Hauptattraktion des Films ist aber Morgan Freeman als Polizeipsychologe Dr. Cross. Dieser noch immer nicht mit einem Oscar ausgezeichnete schwarze Schauspieler gibt mit einem Blick aus seinen melancholischen Augen jeder Figur Tiefe und Glaubwürdigkeit. "Im Netz der Spinne" ist er der ruhende Pol, von dem gleichwohl eine latente Gefährlichkeit ausgeht.

    Ehemaliges Model spielt Frau mit zwei Gesichtern

    Diese bekommt am Ende Jezzie Flannigan zu spüren. Gespielt wird die Agentin von der noch nicht allzu bekannten Monica Potter. Sie muss eine Frau mit zwei Gesichtern spielen, was dem ehemaligen Model ganz gut gelingt.

    Ähnliches lässt sich auch von Michael Wincotts Leistung als größenwahnsinniger Kidnapper Soneji sagen. Wincott besitzt die notwendige Dämonie im Äußeren und Ausdruck, um für den souveränen Freeman ein akzeptabler Widerpart zu sein. Der Routinier Jerry Goldsmith hat die musikalischen Akzente angenehm unaufdringlich gesetzt, die Actionszenen bringen keine neuen Sensationen, sind dafür aber dramaturgisch schlüssig. "Im Netz der Spinne" ist solides Spannungskino, das mit weniger Brutalitäten noch empfehlenswerter geraten wäre.

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