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  • Kritik: Verstörender ZeitreiseThriller mit Tiefgang

    «Butterfly Effect» ist eines dieser seltenen Kinoerlebnisse, die das Zeug zum Kultfilm haben. Eine verwirrende und verstörende Geschichte um Zeitreisen, Gewalt und Liebe, eine dunkle Atmosphäre, ein verblüffendes Ende und die Fähigkeit, die Gedanken der Zuschauer weiter zu fesseln - lange nachdem die letzen Bilder über die Leinwand geflimmert sind.

    Die Mischung stimmt einfach. Selbst die Tatsache, dass mit Jungstar Ashton Kutcher ein Spezialist für Blödelrollen den dramatischen Hauptpart übernahm, konnte dem Film nichts anhaben.

    Verzweifelter Kampf um die Gegenwart

    Kutcher spielt Evan Treborn, einen jungen Mann, der mit so großen Gedächtnislücken lebt, dass er nicht mehr weiß, wer er ist. Von der Vergangenheit sind ihm nur Erinnerungsfetzen geblieben - und ein Tagebuch. Eines Tages entdeckt Evan, dass er auf unerklärliche Weise in die Vergangenheit zurückkehrt, wenn er in seinen alten Aufzeichnungen blättert. Er versucht, einstige tragische Ereignisse ungeschehen zu machen und verstrickt sich dadurch immer tiefer in einen verzweifelten Kampf um die Gegenwart. Denn sein kleinstes Eingreifen verändert den gesamten Gang der Dinge, und nicht unbedingt zum Besseren.

    Das arrogante Hollywood in die Knie gezwungen

    Im echten Leben ist «Butterfly Effect» die Geschichte von zwei Freunden, die das arrogante Hollywood in die Knie gezwungen haben. Sechs lange Jahre gingen die Drehbuchautoren Eric Bress und Jonathan Gruber mit ihrem Manuskript Klinken putzen und bekamen Mal für Mal eine Absage. Zum einen fanden die vorsichtigen Studio-Leute das Ende zu heftig. Zweitens wollten die beiden Außenseiter unbedingt selber Regie führen. Diese Hartnäckigkeit bescherte ihnen eine Zeit voller Entbehrungen. «Ich habe bei Freunden Kleingeld und Essen geschnorrt», erinnert sich Gruber. Aber nachdem ihr Drehbuch zu «Final Destination 2» ein Erfolg wurde, bekamen die beiden doch noch ihre Chance.

    Kutcher kam der Film gerade recht. Der 24-Jährige versucht fieberhaft, sich aus der Welt eher unterbelichteter Helden in Filmen wie «Ey Mann, wo ist mein Auto?» oder «Voll Verheiratet» zu befreien, ebenso wie aus dem Schatten seiner Beziehung zu Bruce Willis' Ex- Frau, der 16 Jahre älteren Demi Moore. Bisher interessierte Kutchers Privatleben die Medien deutlich mehr als seine filmischen Leistungen. So wird im Moment spekuliert, dass er und Moore bald heiraten könnten.

    Der Schmetterlingseffekt

    Der Begriff «Butterfly Effect», Schmetterlingseffekt, hat zwei Väter. Science-Fiction-Klassiker Ray Bradbury schrieb 1952 eine Kurzgeschichte, in der ein Zeitreisender den Lauf der Geschichte veränderte, weil er auf einer Dinosaurier-Safari 60 Millionen Jahre zurück versehentlich auf einen Schmetterling getreten war. Zehn Jahre später bediente sich der Meteorologe Edward Lorenz eines ähnlichen Bildes: Das Flattern eines Schmetterlings in Brasilien könne Monate später einen Tornado in Texas auslösen, behauptete er, um die Komplexität der Wetterbildung zu illustrieren.

    Schockierendes Finale geändert

    Bress und Gruber verzichteten darauf, im Film näher auf diese Hintergründe einzugehen: «Wer es weiß, der weiß es. Wer Fragen hat, kann nachschlagen.» Beim Publikum kam der ungemütliche, dunkle Film, in dem es unter anderem um Kindesmisshandlung geht, aller Skepsis zum Trotz gut an: Mit mehr als 57 Millionen Dollar Einnahmen allein in den USA spielte er gut das Fünffache der Produktionskosten ein. Ihr schockierendes Finale mussten die Autoren allerdings dem breiten Publikumsgeschmack zuliebe doch noch ändern. Aber es sei dem Original ähnlich geworden, heißt es. Das geheimnisvolle Wunschende soll jedoch als Bonus auf der DVD-Ausgabe erscheinen.

    dpa

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