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  • Kritik: Verrückte Reise nach Weltuntergang

    Das Kultbuch «Per Anhalter durch die Galaxis» kommt endlich ins Kino. Fast 30 Jahre hat es gedauert, bis die surrealistische, witzige und philosophische Geschichte der Abenteuer eines Erdbewohners in den unendlichen Weiten des Weltalls den Weg auf die Leinwand fand.

    Das Warten hat sich aber gelohnt: Mit den heutigen unendlichen Möglichkeiten bei Spezialeffekten ließen sich perfekte neue Welten erschaffen und, wichtiger noch, mit einem Drehbuchentwurf, den Autor Douglas Adams noch selbst kurz vor seinem plötzlichen Tod 2001 geschrieben hatte, gelang es, den scharfsinnigen und respektlosen Geist des Originals zu behalten.

    Die Geschichte beginnt bekanntlich mit einem großen Knall. Die Erde, die einer intergalaktischen Schnellstraße im Weg ist, wird «abgerissen» und nur einer überlebt: Ein schmerzlich gewöhnlicher junger Mann namens Arthur Dent, der nur das Glück hatte, dass sein bester Freund, der ihm noch einen großen Gefallen schuldete, in Wirklichkeit ein Außerirdischer war. So findet er sich in Pyjama und Bademantel in der Leere an Stelle der verpufften Erde mit seinem außerirdischen Kumpel, der mit einem Handtuch bewaffnet ist und dem ultimativen Buch für Anhalter-Reisen durchs All - was für ein Beginn für eine Komödie.

    Die beiden werden tatsächlich von einem Raumschiff aufgefangen, und zwar einem wahrhaft außergewöhnlichen: Der «Heart Of Gold», die gleichzeitig an jedem Punkt des Universums sein kann und deswegen das einzige Fortbewegungsmittel für den durchgeknallten (und zweiköpfigen) galaktischen Präsidenten Zaphod ist, mit dem er der Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums und alles anderem nachgehen kann. Schließlich gab einmal der mächtige Ur-Computer Deep Thought auf diese ultimative Frage die verstörende Antwort «42».

    Das ist die Welt von Adams, in der sich eine Rakete in einen Wal verwandeln kann und die gefährlichste Waffe von Hausfrauen erfunden wurde, die von Gestalten wie dem depressiven Roboter Marvin bevölkert wird und schließlich eine verblüffende Erklärung für die Herkunft der Erde bereithält.

    Diese weltberühmte Mischung aus Wahnsinn, Tiefsinn und Farce in Szene zu setzen, wurde einem Kino-Debütanten anvertraut, dem Briten Garth Jennings, der zuvor mit innovativen Musikvideos zum Beispiel für REM, Blur oder Pulp aufgefallen war. Jennings stand vor einer großen Herausforderung: Seit die Geschichte 1978 erschien, wusste keiner genau, wie die ganzen fantastischen Kreaturen aussehen, aber jeder Leser machte sich eigene Vorstellungen. Ihr Äußeres für den Film entwickelte die berühmte Firma des Muppet-Erfinders Jim Henson. So bekam zum Beispiel Marvin, der Paranoid Android, einen riesigen Kopf und eine gebeugte Haltung und die Vogonen, die kosmischen Bürokraten, wurden mehr als zwei Meter hohe Schleimmonster.

    Für die Rolle von Arthur Dent wurde kein Star verpflichtet, sondern der eben sehr gewöhnlich wirkende Martin Freeman aus der in Deutschland kaum bekannten britischen TV-Sitcom «The Office». Die von Adams extra für den Film erfundene Figur des religiösen Führers Humma Kavula, der den Kult des Großen Taschentuchs predigt, verkörpert dafür John Malkovich. Und in Marvins Kostüm steckt mit Warwick Davis der selbe Schauspieler, der einst den Ewok Wicket in «Star Wars: Die Rückkehr der Jedi-Ritter» spielte und zuletzt Professor Flitwick in den Harry-Potter-Filmen. Um es mit Spezialeffekten nicht zu übertreiben, wurde allein für das Innere des Raumschiffs vier Monate lang eine lebensgroße Kulisse gebaut.

    dpa

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