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  • Kritik: Verlierer triff Versager in BaseballKomödie

    Der ehemalige Baseball-Profi Morris Buttermaker hat es in der Sportkomödie «Die Bären sind los» nach dem abrupten Ende seiner Karriere nicht weit gebracht: Um seine exzessive Sauferei zu finanzieren verdingt er sich mehr schlecht als recht als Kammerjäger.

    Da kommt es ihm sehr gelegen, dass er das mit Abstand schlechteste Baseballteam der Schülerliga trainieren soll. Mit einer Bierdose in der Hand tritt er seinen neuen Job an und fordert erst einmal seinen Scheck ein. Beim ersten Training zeigt sich schnell, dass er mit seiner lustlosen Einstellung nicht alleine ist. Das ganze Team - jene Kinder, die zu schlecht für die anderen Mannschaften waren - legt genauso wenig Enthusiasmus wie Talent an den Tag.

    Das Schema des Films - abgehalfterter Trainer trifft auf Gurkentruppe und beide ziehen sich gegenseitig aus dem Sumpf - ist nicht neu. In der jüngeren Filmgeschichte lässt es sich durch alle Sportarten vom Eishockey über das Football bis zum Basketball deklinieren. «Die Bären sind los» kann sich dabei immerhin auf eine Vorlage stützen: 1976 gab es den Film schon einmal, damals mit dem genialen Walter Matthau in der Hauptrolle. Im Remake von 2005 gibt Billy Bob Thornton («Monster's Ball», «Bad Santa») den Buttermaker. Dabei muss er sich vor seinem Vorgänger nicht verstecken. Wie schon in der Weihnachtssatire «Bad Santa» (2003) spielt Thornton den zynischen und amoralischen Verlierer perfekt.

    Augenzwinkernde Schummelei auch mal erlaubt

    Leider hält der Rest der Besetzung wie auch der ganze Film dieses Niveau nicht aufrecht. Regisseur Richard Linklater kann nicht an die Originalität und Frische seiner Musikkomödie «School of Rock» (2003) anknüpfen. Besonders die erwachsenen Nebenfiguren wie der von Greg Kinnear («Besser geht's nicht») gespielte Trainer der konkurrierenden Erfolgsmannschaft und die ehrgeizige Spielermutter Liz (Marcia Gay Harden, «Mystic River») bleiben blass. Von den jungen Spielern überzeugt nur die heute 14-jährige Sammi Kane Kraft, die als schlagfertige Amanda ihr Debüt auf der großen Leinwand gibt.

    Sympathisch macht die Neuverfilmung die Kritik am Ideal des amerikanischen Schülersports, bei dem nur der Gewinner etwas wert ist und Ehrgeiz vor dem Spaß kommt. Trainer Buttermaker macht seinen Schützlingen klar, dass augenzwinkernde Schummelei manchmal mehr bringt als stures Befolgen der Regeln und dass Verlierer auch etwas zählen, wenn sie so bleiben wie sie sind.

    dpa

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