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  • Kritik: Vergnügliche Brit-Komödie:

    Das waren noch Zeiten! Die 70er Jahre begannen mit einer unglaublichen Aufbruchstimmung. Es gab kein Aids, und die Pop-Kultur stand in voller Blüte. Der englische Film "Still Crazy" zeigt eine fiktive Rockband aus jener Zeit mit all ihren persönlichen Allüren und privaten Drogen- und Sex-Exzessen.

    Man ist bekannt, hat Geld und verhält sich entsprechend. Als 1977 whrend eines Auftritts bei einem Open Air Festival ein Blitz in ihre Verstärkeranlage einschlägt, ist für "Strange Fruit", wie sich die Gruppe nennt, das Ende gekommen. Diese Früchtchen fallen abrupt aus ihrem Paradies. 20 Jahre später entschließt sich Tony Costello (Stephen Rea), ehemals Keybordspieler, die Band wieder zusammenzuführen.

    Er kehrt von Ibiza, wo er seinen Lebensunterhalt mit dem Auffüllen von Kondomautomaten verdient, zurück nach England. Zur Unterstützung macht er Karen (Juliet Aubrey), die Exfreundin des Leadgitarristen Brian (Bruce Robinson), zur Managerin, und auf der Suche nach den alten Bandmitgliedern begegnen beide intensiv der Vergangenheit. In einer Traumwelt lebt der ehemalige Sänger Ray (Bill Nighty), für ihn hat "Strange Fruit" nicht aufgehört zu existieren, und deshalb ist er nur aus Geldnot zum Neuanfang zu bewegen. Drummer Beano und Tontechniker Hughie können auch sehr gut Geld gebrauchen, für den vermeintlich toten Brian wird ein junger Leadgitarrist engagiert.

    Brian Gibsons Film steht in der Reihe der intelligenten Komödien, die in den letzten Jahren aus England zu uns gekommen sind. Der besondere Clou von "Still Crazy" ist der Bezug auf die 70er Jahre. Von ihrer alten Glanzzeit träumen die Musiker, von neuen Erfolgen. Die Komik entsteht aus dem Kontrast zwischen der unvollkommenen Wirklichkeit und den eigenen Ansprüchen.

    Die ersten Proben hören sich noch jämmerlich an, und die Konzert-Tournee führt nicht von Liverpool nach London, sondern durch die niederländische Provinz. Es zeichnet die Musik aus, die hauptsächlich von "Foreigner"-Gründer Mick Jones geschrieben wurde, daß sie im Verlauf des Films besser und zum Schluß richtig mitreißend wird.

    Das Drehbuch von Dick Clement und Ian La Frenals, die mit der Vorlage zu dem Streifen "The Commitments" schon ihre Kenntnis des Musikgeschäfts bewiesen haben, präsentiert eine Handvoll Egozentriker, die beweisen wollen, daß Jugendlichkeit nicht unbedingt eine Frage des Alters ist. Die Macken sind aber nicht nur lustig, sie führen auch dazu, daß sich diese Praradiesvögel oft selbst im Wege stehen. Und der Film zeigt auch ihre Angst, sich zum Narren zu machen. Gerade die ernsten Szenen verstärken beim Zuschauer die Komik der absurden Situationen . Wer Sinn für Skurriles hat, wird sich köstlich amüsieren. Echt britisch.

    Claus Wecker, AP

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