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  • Kritik: Verfilmung von Dean Koontz' Schocker

    Die junge Ärztin Jennifer Pailey und ihre Schwester Lisa freuen sich darauf, aus dem hektischen Los Angeles in die beschauliche Ruhe des Wintersportorts Snowfield zurückzukehren. Dort, in den Rocky Mountains von Colorado, hat Pailey ihre Praxis. Doch in Snowfield ist es diesmal nicht nur ruhig, sondern totenstill. Das hat einen grausigen Grund: Die Einwohner sind entweder tot oder verschwunden. Etwas Unheimliches, Unvorstellbares hat sich in dem Ort zugetragen. Entstellte Leichen, abgehackte Hände, gestörte Telefone und ein so mysteriöser wie mörderischer Feind versetzen die Frauen in Furcht und Schrecken.

    Der Beginn des am 6. August in die deutschen Kinos kommenden US-Gruselfilms "Phantoms" sorgt nicht nur bei den beiden hübschen weiblichen Akteuren, gespielt von Joanna Going und Rose McGowan, für Angst, sondern erzeugt auch beim Zuschauer im sicheren Parkett Beklemmung. Groß ist die Erleichterung, als der schmuck-schneidige Sheriff Bryce Hammond (Ben Affleck) mit zwei Gehilfen eintrifft, um dem unerklärlichen Geschehen auf die Spur zu kommen. Doch das Morden geht weiter. Nun soll ausgerechnet der schrullige Oxford-Professor Dr. Timothy Flyte, berüchtigt für seine Weltuntergangsphantasien, zum Retter aus höchster Not werden.

    Dan Koontz, zusammen mit Stephen King Meister der amerikanischen Horrorliteratur, hat seinen vielgelesenen Roman "Phantoms" 1983 verfaßt, zu dessen Leinwandfassung er nun auch das Drehbuch geschrieben hat. Koontz versteht zweifellos sein Handwerk, das beweist auch der Film über weite Strecken. Daß es gleichwohl fast immer einfacher und wirkungsvoller ist, den Horror vor dem Bösen im Kopf des Lesers zu erzeugen als das Böse auf der Leinwand überzeugend ins Bild zu bringen, beweist einmal mehr der recht enttäuschende Schlußteil.

    Zwar überschlagen sich die Ereignisse, und die Tricktechniker haben sich allerhand einfallen lassen. Aber hat man das nicht in dieser oder jener Variante alles schon einmal gesehen? Selbst eingeschworene Fans des Genres dürften mit dem hektischen Finale nicht ganz glücklich werden. Doch dafür entschädigt die etwas überraschende Mitwirkung des großen Schauspielers Peter O'Toole als Professor Flyte in "Phantoms". Die edle Schönheit des "Lawrence von Arabien" von einst ist zwar von den Spuren des Lebens und Furchen des Alters gezeichnet. Aber inmitten der jungen Schauspielerschar um ihn herum wirkt der 66jährige irische Charaktermime O'Toole wie ein Riese aus filmisch gewiß nicht schlechteren Zeiten.

    Wolfgang Hübner, AP

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