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  • Kritik: Vanessa Redgrave in ungewohnter Rolle - harmlos-romantischer "Sommer am See"

    Frankfurt/M (AP) Miss Bentley zieht es wie in jedem Urlaub an den Comer See. Ein neuer Hotelgast, der korrekte englische Major Wilshaw, gefällt der temperamentvollen und selbstbewußten Frau jenseits der 50 sehr gut.

    Doch diesem hat gerade ein bildhübsches junges Kindermädchen aus einer Laune heraus den Kopf verdreht. Und Miss Bentley selbst muß sich eines stürmischen "Latin Lovers" erwehren. Aber die italienische Sonne führt in diesem "Sommer am See" die richtigen Paare zusammen.

    Regie-Routinier John Irvin hat in einer wunderschönen Landschaft eine romantische Liebesgeschichte in Szene gesetzt, in der einmal nicht die Jugend die Hauptrolle spielt. Und er hat das Paar reifen Alters mit Vanessa Redgrave und Edward Fox (beide Jahrgang 1937) hervorragend besetzt. "Es gibt beim Film für Frauen ab einem bestimmten Alter nicht mehr viele Parts", erklärte der Produzent Robert Fox, "ich dachte, daß ein 'Sommer am See' eine gute Gelegenheit bot, dagegen etwas zu tun."

    Und so erlebt der Zuschauer die Oscar-Preisträgerin Redgrave in einer ganz ungewöhnlichen Rolle - als humorvolle, souveräne und durch die Liebesgeschichte doch leicht irritierte Frau. Die Engländerin hat sich neben ihren zahlreichen vor allem ernsten Rollen ("Playing for time") auch als PLO- und IRA-Sympathisantin und Kandidatin der britischen Trotzkisten einen Namen gemacht.

    Der alte Kinohaudegen Fox ("Der wilde Haufen von Navarone", "Was vom Tage übrig blieb") gibt den ebenbürtigen Gegenpart. Neben dem souveränen Spiel der beiden verblaßt "Pulp Fiction"-Star Uma Thurman, die sich als amerikanisches Kindermädchen merkwürdig überdreht durch diesen ruhigen Film schauspielert.

    Die Altstars - in einer Nebenrolle ist auch auch Alida Valli ("Der dritte Mann") wieder einmal im Kino zu sehen - retten die Geschichte, die mit fast erschreckender Harmlosigkeit dahinplätschert. Nur in wenigen Szenen gewinnt der Film Tiefe, etwa wenn die lebenslustige junge Miss Beaumont dem alten Major direkt und ungewollt verletzend die ganze Lächerlichkeit seiner Annäherungsversuche klarmacht.

    Eine weitere Hauptrolle spielt der Comer See. Kameramann Pasqualino de Santis, der für den Visconti-Film "Tod in Venedig" einen seiner beiden Oscars erhielt, hüllt den Film in elegische Bilder einer milden Sommerlandschaft, die allein das Kinoeintrittsgeld im naß-grauen deutschen November wert sind.

    Von AP-Korrespondent Uwe Gepp

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