40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Val Kilmer spielt "The Saint"
  • Kritik: Val Kilmer spielt "The Saint"

    Hamburg (dpa) - Simon Templar ist ein seltsamer Heiliger: Gentleman und Meisterdieb, kriminelles Superhirn und moderner Ritter zugleich. Seit fast 70 Jahren geistert er als "The Saint" durch die Welt der Phantasie. Erfunden und populär gemacht hat ihn der britische Autor Leslie Charteris 1928, ab 1938 gab es eine Filmreihe und in den 60er Jahren erreichte er den Gipfel seines Ruhms durch eine Kult-Serie mit Roger Moore.

    Jetzt feiert Simon Templar Auferstehung: Der australische Regisseur Phillip Noyce ("Sliver") machte ihn zum Helden eines aufwendigen Kinostreifens mit Starbesetzung - in den Hauptrollen des Action-Films, der am 1. Mai in den deutschen Kinos startet, sind Ex-"Batman" Val Kilmer und "Leaving Las Vegas"-Star Elisabeth Shue zu sehen.

    "The Saint, der Mann ohne Namen" reiht sich in die Kette neuer Leinwandfassungen alter TV-Serien, an der Hollywood zur Zeit mit Vorliebe strickt. Vor einiger Zeit war Harrison Ford im Kino "Auf der Flucht", Kassenschlager "Mission: Impossible" nahm im letzten Jahr den Stoff der Erfolgsserie "Kobra: Übernehmen Sie" auf, und bald soll es auch ein Kino-Wiedersehen mit einem weiteren TV-Lieblingspaar geben: John Steed und Emma Peel bestechen mit "Mit Schirm, Charme und Melone". Die alten Serien verströmen Faszination und Gemütlichkeit zugleich - danach scheint man sich im rasanten Tempo der 90er Jahre zurückzusehnen. Vielleicht gehen aber Hollywood auch einfach die Stoffe aus.

    "Es kommt noch ein Faktor hinzu", sagt Regisseur Phillip Noyce im dpa-Gespräch. "Verfilmungen von TV-Stoffen sind leichter zu vermarkten. Das Publikum kennt die Figuren seit langem, sie sind wie alte Freunde, die man immer wieder sehen will." Noyce fügt dem altbekannten "Saint" aber noch ein entscheidendes Stück hinzu. Sein Simon Templar hat im Gegensatz zum Roman- und Serienhelden eine Vergangenheit: Als Kind lernt er im Waisenhaus die Tricks des Lebens, aber auch tragische Liebe kennen. Das kleine Mädchen, das er verehrt, stirbt in einer dramatischen Szene.

    Erst die Erinnerung an die Kindheit begründet Templars Fähigkeit, sich in einen "Heiligen" zu verwandeln. Als er sich in die Wissenschaftlerin Emma, der er eine chemische Formel abjagen soll, verliebt, vergißt er sein cooles Kalkül. Templar wendet sich gegen seine machtgierigen Auftraggeber und rettet die russische Demokratie. Für die Szenen in Moskau durfte Noyce sogar auf dem Roten Platz drehen. "Wir arbeiteten in Rußland mit den Studios des berühmten Regisseurs Nikita Michalkow zusammen - seine Kontakte haben uns bei den Verhandlungen mit den Behörden geholfen. Aber ich glaube, man wollte auch zeigen, daß es heute möglich ist, in Rußland einen großen Hollywood-Film zu drehen."

    Als Verwandlungskünstler Templar schlüpft Val Kilmer in immer neue Verkleidungen, ob als schmalziger Latin-Lover oder als trotteliger Journalist. "Ich liebe es, verschiedene Charaktere herauszuarbeiten", sagt Kilmer. "Hier war das natürlich nicht ernst, sondern witzig gemeint." Selbst seine Erfolgsrolle "Batman" verblaßt für ihn gegen "The Saint", denn Templar arbeite nicht mit Gewalt und Waffen, sondern mit List und Verstand.

    Dennoch: So exzeptionell ist Simon Templar nicht. Bei aller psychologischer Motivierung bleibt er Held eines soliden Action- Thrillers, der nach traditionellem Schema arbeitet. Der Protagonist ist letzlich der Gute, Elisabeth Shue gibt die Schöne und Kroate Rade Serbedzija das Biest. Sein eindrucksvolles Rasputin-Gesicht ist vielleicht das am meisten Sehenswerte am Kinofilm "The Saint".

    Von Stefanie Schütte, dpa

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    • Lokalticker
    • Regionalsport
    • Newsticker
    Das Wetter in der Region
    Freitag

    1°C - 8°C
    Samstag

    5°C - 7°C
    Sonntag

    5°C - 9°C
    Montag

    3°C - 7°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!