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  • Kritik: US-Fiction-Thriller mit deutscher Handschrift

    Computerfilme haben Hochkonjunktur. Nach dem aufwendigen Cyberspektakel "Matrix" und der bizarren Science-Fiction- Geschichte "eXistenZ" kommt jetzt ein dritter Film in die Kinos, der auf das Spiel zwischen Realität und Fiktion setzt. "The 13th Floor" (Das 13. Stockwerk) von dem in Hollywood lebenden deutschen Regisseur Josef Rusnak ist eine virtuelle Zeitreise, die die Grenzen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufhebt.

    "Es ist eine existenzialistische Science-Fiction-Story", sagt Produzent Roland Emmerich ("Independence Day") in einem dpa-Gespräch. "Es geht um die Frage: Was passiert, wenn Menschen anfangen, selbst den Schöpfer zu spielen und sich in die Rolle von Gott zu begeben?" Der Schöpfer ist in diesem Fall Software-Experte Hannon Fuller (Armin Mueller-Stahl), der im 13. Stock seines erfolgreichen High-Tech-Konzerns ein geheimnisvolles Spiel treibt: In seinem Computer hat er das Los Angeles der 30er Jahre wieder auferstehen lassen.

    Fuller gibt den Mitarbeitern seiner Firma ohne deren Wissen in seiner virtuellen Stadt ein zweites Leben. Als der Konzernchef ermordet wird, macht sich die Parallelwelt auf verhängnisvolle Weise selbstständig und funkt ins "wirkliche" Leben hinein. Im Strudel von Doppel-Identitäten und unverständlichen Zeichen aus der anderen Welt weiß bald niemand mehr, wer und was er eigentlich ist - Opfer oder Mörder, Freund oder Feind?

    Die hoch komplexe Geschichte basiert auf dem Roman "Simulacron 3" des US-Autors Daniel Galouye. "Mich hat an dem Buch besonders die Frage interessiert: Was ist Realität und was Simulation, was ist echt und was eingebildet?" sagt Rusnak. Bei der Umsetzung erhielt der 41- Jährige nicht nur die prominente Rückendeckung des erfolgreichen Exil-Schwaben Emmerich mitsamt Produktionsfirma. Als zweiter deutscher Pate übernahm der preisgekrönte Kameramann Michael Ballhaus die Rolle des "executive producers". Ballhaus hatte in den 70er Jahren selbst schon einmal den Roman-Stoff fürs Fernsehen bearbeitet.

    In den USA ist "The 13th Floor" gleichwohl nur mäßig angelaufen. Zwar sind besonders die einfühlsam rekonstruierten Szenen aus dem alten Los Angeles dicht und packend - oft mit ungewöhnlicher Kameraperspektive. Im verwirrenden Durcheinander der Zeiten und Welten aber verlangt Rusnak den Zuschauern bewusst viel ab. Denn mit den Schauplätzen und Handlungen wechseln auch die Akteure ihre Charaktere.

    Für die Schauspieler war das Vexierspiel ebenfalls eine Herausforderung: "Ich musste das Buch einige Male lesen", gesteht Vincent D'Onofrio, im Film mal Chefprogramierer und mal Barkeeper. Vielleicht muss man auch den Film zwei Mal sehen, um ihn richtig zu verstehen.

    Nada Weigelt, dpa

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