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  • Kritik: US-Erfolgskomödie "Besser geht's nicht" mit Jack Nicholson und Helen Hunt

    Frankfurt/Main (AP) Er giftet gegen alle: Schwule, Schwarze, Juden, Frauen und seine Nachbarn. Mit boshaftem Vergnügen verspottet und beschimpft der New Yorker Bestsellerautor Melvin Uldall jeden, der seinen Weg kreuzt - eine Paraderolle für Jack Nicholson. Den Zynismus, das merkt man bald, braucht Melvin, um die Menschen auf Abstand zu halten. Denn der taktlose Maulheld ist leicht zu verunsichern und hat im Grunde ein weiches Herz. Um des Widerspenstigen Zähmung geht es in der Komödie "Besser geht's nicht", die am kommenden Donnerstag in Deutschland anläuft.

    Melvin braucht Rituale und eine genau durchgeplante Alltagsroutine. Der Zwangsneurotiker schließt seine Wohnung fünfmal ab, wäscht sich aus panischer Angst vor Bazillen immer wieder die Hände und wirft jedes Seifenstück nach einmaligem Gebrauch weg. Zum Essen geht er in sein Stammcafe, um sich von seiner Stammbedienung Carol sein immergleiches Frühstück am Stammtisch servieren zu lassen.

    Carol (Helen Hunt) läßt sich als einzige von ihm nicht einschüchtern, pariert seine Ausfälle mit spitzem Humor oder unverblümter Zurechtweisung. Einmal aber hat selbst sie die Nase endgültig voll von ihm. Er hat sich über ihren kleinen Sohn lustig gemacht, der an schwerem Asthma leidet und dessen Anfälle sie fast jede Nacht um sein Leben fürchten lassen. Als Carol deswegen die Stelle als Kellnerin aufgibt, ist Melvin aufgebracht über die Unterbrechung seiner Routine, sucht sie zu Hause auf und kümmert sich um ordentliche ärztliche Betreuung für das Kind.

    Noch ein anderes Wesen rührt an das Herz des Fieslings: Ausgerechnet der Schoßhund seines schwulen Nachbarn, den er einmal aus Ärger in den Müllschlucker befördert hat, wird ihm zur vorübergehenden Betreuung aufgenötigt. Denn Herrchen, der Maler Simon (Greg Kinnear), ist von Einbrechern brutal zugerichtet worden. Nach dem Klinikaufenthalt finanziell am Ende, weiß Simon keinen anderen Ausweg, als seine Eltern in Baltimore aufzusuchen und anzupumpen.

    Melvin läßt sich widerwillig überreden, ihn zu fahren. Allein mit einem Homosexuellen sei ihm die Reise nicht geheuer, erklärt er Carol, in die er - ohne es sich einzugestehen - längst verliebt ist, und sie kommt mit. Sie hat ihm schon bei ihrem Dank für seine Hilfe klargemacht, daß sie "nie, nie, nie" mit ihm schlafen werde...

    Wie Melvin sich verändert, seine Macken - scheinbar im Handumdrehen auch mit Hilfe einer medikamentösen Therapie - überwindet und sich für Menschen öffnet, erzählt Regisseur James Brooks mit humorvollen Dialogen und Mut zum Realismus. Er zeigt, daß die Liebe - über die sich der Schriftsteller anmaßt, aus Frauensicht zu schreiben ("Ich stelle mir einen Mann vor und subtrahiere Verstand und Zurechnungsfähigkeit") - Einfühlungsvermögen und Einsatz verlangt.

    Nicholson, der im April 61 Jahre alt wird, gelingt es, die vielen Facetten des Stadtneurotikers zu einem stimmigen, glaubwürdigen Charakter zu vereinen. Helen Hunt ist als schlagfertige, lebenstüchtige Kellnerin die eigentliche Sympathieträgerin des Films und hat damit den Durchbruch von der TV-Serienheldin zum Hollywood-Star geschafft.

    Auch aus den Nebenrollen bezieht die Komödie viele Pointen. Cuba Gooding Jr., der großmäulige Footballstar aus "Jerry Maguire", spielt einen Kunsthändler, der vor Melvin den starken schwarzen Mann herauskehrt, ohne selbst davon so recht überzeugt zu sein.

    Regisseur Brooks ist nach seinem mit drei Oscars ausgezeichnetem Film "Zeit der Zärtlichkeit" (1983) und "Nachrichtenfieber" (1987) wieder ein ganz großer Erfolg - auch an den Kinokassen in den USA - gelungen. Seinem Filmmotto "Besser geht's nicht" ist er selbst in jedem Fall gerecht geworden.

    Von AP-Korrespondentin Inge Treichel

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