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  • Kritik: US-Erfolgsklamauk kommt in die Kinos

    Ab und zu hat wohl jeder das Bedürfnis, nach Herzenslust unter seinem Niveau zu lachen. Im Streifen "Austin Powers - Spion in geheimer Missionarsstellung" ist das problemlos möglich. Denn der kanadische Spaßmacher Mike Myers zieht darin in einer Dreifach-Rolle einen turbulenten Klamauk ab, der vor nichts zurückschreckt - mit Ausnahme von gutem Geschmack.

    Aber wer bereit ist, darauf für 95 Minuten zu verzichten, oder so was ohnehin für überflüssig erachtet, wird eine Menge Spaß in diesem großen amerikanischen Kassenschlager haben.

    Denn Myers ist gewiss kein begnadeter Komiker, aber er hat Talent zu einigermaßen irrwitzigen Albernheiten. In dem Film mimt er den stets grauenhaft schrill gekleideten Titelhelden Austin Powers, seines Zeichens Fotograf und Geheimagent mit dem Bestreben, so viele hübsche Mädchen wie nur möglich zu vernaschen. Dafür hätte er mehr Zeit, gäbe es da nicht seinen Erzfeind, den Superbösewicht Dr. Evil. Der wird ebenso von Myers gespielt wie das 300-Kilo-Monster Fat Bastard, der eine besonders unappetitliche Rolle in dem von jeder Logik erfreulich freien Geschehen spielt.

    Dr. Evil hat sich etwas besonders Raffiniertes ausgedacht, um Austin Powers endlich unschädlich zu machen: Er lässt sich mit einer Zeitmaschine ins wilde Jahr 1969 zurück befördern und bringt sich in den Besitz von "Mojo". Was das ist? Das sind sie Tropfen aus einer Ampulle, die Powers seine nie versiegende Manneskraft schenken, mit der er trotz seines, gelinde gesagt, schrulligen Aussehens die Frauen reihenweise sexwillig macht. Dem Geheimagenten bleibt nichts anderes übrig, als seinem diabolischen Feind in die Vergangenheit zu folgen, um die unverzichtbare Wundermedizin zurückzuerobern.

    Aber auch 1969 hat seine schönen Seiten, insbesondere die langbeinige und leicht geschürzte CIA-Agentin Felicity. Die lässt sogar den Liebesdurst von Fat Bastard über sich ergehen, um Austin gegen Dr. Evil, dessen zackig deutsch sprechende Assistentin Farbissina und das im Zwergenformat geklonte Evil-Duplikat Mini-Me zu helfen. Wie alles ausgeht, lässt sich leicht denken und ist letzten Endes auch völlig egal. Denn was zählt, ist einfach der Spaßfaktor.

    Der ist nicht immer, aber recht oft gut in einem Film, der sehr profitiert von den mitreißenden Musikhits jener Zeit um 1969, als The Who "My Generation" und Burt Bacharach "I'll Never Fall In Love Again" intonierten. Mike Myers, der 1992 seinen ersten Kinoerfolg mit "Wayne's World" hatte, ist trotz ungenierter Klamaukhaftigkeit ein Typ, dem man nicht böse sein kann. Denn der Eishockeyfan aus Toronto hat eine sichtlich unverkrampfte Präsenz auf der Leinwand. Seine Mitspieler, darunter bekannte Namen wie Heather Graham, Michael York und Robert Wagner, sind nicht mehr als Statisterie für einen Selbstdarsteller, an dem die Massen Gefallen finden.

    Wolfgang Hübner, AP

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