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  • Kritik: Unterhaltung bis in den Tod

    Ein Paar wie aus dem Bilderbuch: Der Regisseur Brandon und der Architekt Nick sind beruflich erfolgreich, gut aussehend und haben einen weiten Freundeskreis. Brandon läßt Nick sein neues Heim entwerfen, Nick schenkt ihm zum Geburtstag zwei Reitpferde. Es folgt eine rauschende Party. Kurz danach schlägt das Schicksal zu: Nick ist HIV-positiv.

    Regisseur und Drehbuchautor Randal Kleiser, gemeinhin eher für seichte Unterhaltung bekannt (Schmiere, Die blaue Lagune), kommt es in seinem jüngsten Film It's My Party allerdings eher auf die zweite Festivität im Film an. Diese ausgedehnte Feier, die sich über zwei Tage erstreckt und fast dreiviertel der Filmhandlung einnimmt, spielt ein Jahr nach der ersten Party.

    Brandon hat sich vom Aids-kranken Nick längst getrennt. Bei Nick haben die Krankheitssymptome beängstigend zugenommen. Er möchte nicht auf ein qualvolles Ende warten, sondern in Würde und mit Stil aus der Welt gehen, so wie er gelebt hat. Am Ende eines großen Fests, bei dem er sich von Familie und Freunden verabschiedet, will er, assistiert von Sterbehelfern, Selbstmord begehen.

    Randal Kleiser wäre nicht er selbst und Hollywood nicht Hollywood, tauchte nicht unvermeidlich zur Sterbefeier auch der Ex-Lover Brandon wieder auf und türmten sich nicht persönliche Konflikte, die sich dann ins heitere Nichts verflüchtigen. Trotzdem kann man den Filmemachern nicht die Absicht absprechen, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen.

    Die Hauptdarsteller Eric Roberts als Nick und Gregory Harrison als Brandon geben ihre Bestes. Zahlreiche prominente Darsteller und Darstellerinnen treten in dieser mit bescheidenem Budget hergestellten Produktion für minimale Gagen in kleinen Rollen oder als Gäste auf, etwa Roddy McDowell, Sally Kellerman, Lee Grant, Olivia Newton-John, George Segal. Und Produzent Joel Thurm ist aktives Mitglied der kalifornischen Aids-Hilfe.

    Dennoch: Dies ist nicht der erste Aids- Film und nicht der erste aus Hollywood. Bruce Davison, einer der Darsteller, war bereits bei dem bahnbrechenden Drama Longtime Companion dabei. Und im Vergleich mit diesem und anderen Versuchen, dem Thema filmische Gestalt zu geben - man erinnere sich an Roger Spottiswoodes harten Film . . . and the band played on - irritiert hier doch die Hochglanzoberfläche, die erbarmungslose Spekulation und der vorgetäuschte Tiefgang .

    BODO FRÜNDT USA 1995 - Regie und Buch: Randall Kleiser. Kamera: Bernd Heinl. Musik: Basil Poledouris. Schnitt: Ila von Hasberg. Darsteller: Eric Roberts, Gregory Harrison, Marlee Matlin, Margret Cho, Lee Grant. Verleih: UIP. 95 Minuten.

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