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  • Kritik: Unter massiven Protesten gedreht:

    Erwartungsvoll blickt die junge, hübsche Sonia (Renée Zellweger) ihren Ehemann an, als er nach seinem Abendgebet endlich ins Bett kommt. Doch sie wird schroff abgewiesen. "Wir dürfen nicht vor Gott sündigen", erklärt der tiefgläubige Rabbiner Mendel (Glenn Fitzgerald).

    Da er mit den Sehnsüchten seiner Frau nicht viel anfangen kann, schickt er sie zum Psychiater der chassidischen Gemeinde. In seinem zweiten Kinofilm "Teurer als Rubine" erzählt der amerikanische Regisseur Boaz Yakin ("Fresh") die Geschichte einer jungen Frau, die sich nicht den strengen Gesetzen der jüdisch- orthodoxen Gemeinde unterordnet und dafür teuer bezahlen muß.

    Produziert wurde "Teurer als Rubine" von "Pulp Fiction"-Produzent Lawrence Bender, der auch für Yakins "Fresh" als Produzent verantwortlich zeichnete. Bei den Dreharbeiten, die im Frühjahr 1997 im New Yorker Stadtteil Brooklyn erfolgten, gab es massive Proteste der dort ansässigen chassidischen Gemeinschaft. Rund 1.500 jüdische Demonstranten boykottierten die Aufnahmen und forderten Einsicht in das Drehbuch. "Obwohl der Rabbi das Skript gar nicht kannte, wollte er verhindern, daß wir unseren Film in seiner Gemeinde drehen", erklärt Lawrence Bender. "Deshalb mußten wir unsere Dreharbeiten schließlich an eine andere Location verlegen."

    In "Teurer als Rubine" wagt es die selbstbewußte, intelligente Sonja, aus der traditionellen Rolle der liebenden Ehefrau, fürsorglichen Mutter und fleißigen Hausfrau auszubrechen. Als ihr Schwager Sender (Christopher Eccleston) ihr anbietet, als Einkäuferin für sein Juweliersgeschäft tätig zu werden, ergreift sie die Chance. Die Tochter einen Juwelenhändlers erweist sich als unbestechliche Expertin auf diesem Gebiet, was ihr Ehemann, aber auch Freunde und Nachbarn argwöhnisch beäugen.

    Bei ihrer Suche nach wertvollen Schmuckstücken in Manhattan lernt sie den farbigen Künstler Ramon (Allen Payne) kennen und ist von seinem Talent fasziniert. Ihr engagiertes Interesse wird von ihrem Ehemann jedoch völlig falsch verstanden. Als Sonia eines abends nach Hause kommt, steht sie vor verschlossener Tür. Sie darf ihren Sohn nicht mehr sehen und erfährt, daß Mendel die Scheidung verlangt. Ihr Versuch, ihn zur Rede zu stellen, ist zwecklos. Doch Sonia gibt nicht auf, sondern nimmt entschlossen ihr eigenes Leben in die Hand.

    Wie schon in "Fresh" beschäftigt sich Boaz Yakin wieder mit der klassischen Figur des Einzelkämpfers, der sich gegen alle Widerstände durchzusetzen lernt: stolz, stark und starrköpfig. Mit seinem neuen Werk stellt der Autor und Regisseur erneut sein perfektes Gespür für dramatischen Szenenaufbau und dichte Erzählweise unter Beweis. Auf seine ausgefeilten Kinostoffe sind längst auch die Hollywoodstudios aufmerksam geworden. Nachdem er bereits Clint Eastwood die Vorlage für den Kinofilm "Rookie- Der Anfänger" lieferte, haben Paramount und Regency Pictures eine Option auf seine Originalstoffe angemeldet.

    Birgit Heidsiek, dpa

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