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  • Kritik: Ungewöhnliches MonsterDrama aus Südkorea

    «The Host» ist der größte Triumph, den das südkoreanische Kino bis jetzt erlebt hat. In seinem Heimatland spielte der Film umgerechnet 93 Millionen US-Dollar ein und lockte mehr als 13 Millionen Menschen in die Kinos.

    Auch bei den Festivals in Cannes, Toronto und New York wurde der Film gefeiert, der Kritiker der «New York Times» freute sich über die «grandiose Mischung aus Fantasy, einem Monster- und einem Science-Fiction-Film, aber auch einer Komödie, einem Familiendrama, einer politischen Anklage». Dass die Filmrechte bereits nach Hollywood verkauft sind, versteht sich von selbst. Und wirklich schafft es Regisseur Joon-ho Bong, auch die westlichen Zuschauer zu überzeugen.

    Dabei ist die Story, die auf einem Tagtraum des Regisseurs basiert, einfach gestrickt: Ein amerikanischer Wissenschaftler zwingt seinen asiatischen Assistenten, giftiges Formaldehyd in den Ausguss zu schütten und nimmt damit die Verschmutzung des Han-Flusses in Kauf. Nur wenige Jahre später macht eine mutierte Kreatur die Flussufer unsicher und begibt sich auf tödliche Menschenjagd.

    Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Familie Park. Hie-bong, ein treuherziger älterer Mann, betreibt zusammen mit seinem Sohn Gang-du einen kleinen Laden am Rande des Flusses. Als das Ungeheuer sich das erste Mal außerhalb der Fluten bewegt, wird durch das tollpatschige Verhalten von Gang-du dessen Tochter Hyun-seo verschleppt. Doch der notorische Verlierer und seine Familie schaffen es auch in dieser schwierigen Zeit nicht, an einem Strang zu ziehen.

    Noch vor dem Foto der totgeglaubten Hyun-seo prügeln sich Gang-du und seine Geschwister. Erst als der Vater im Krankenhaus ein Lebenszeichen von seiner Tochter erhält, steht für Familie Park fest, dass sie alles dafür tun wollen, um das kleine Mädchen aus den Fängen des Ungetüms zu befreien. Eine abenteuerliche Odyssee beginnt, die den Parks alles abverlangt.

    «The Host» besticht vor allem durch intelligente Dialoge und den Mix der verschiedenen Genres. So liegen Freude und Furcht dicht beieinander und führen immer wieder zu Überraschungsmomenten - eine Achterbahnfahrt der Gefühle für den Zuschauer. Das Monster, eine Mischung aus Fisch und Amphibie, wird nicht nur als bösartiges Ungetüm, sondern auch als Tier dargestellt, das aus Hunger frisst. Der Protagonist, der sich der Bestie entgegenstellt, ist dabei nicht der klassische Superheld, sondern ein Verlierer, der um die Akzeptanz seiner Familie kämpfen muss. Immer wieder fällt er in alte Muster zurück, kann jedoch schließlich über sich hinauswachsen und das Unmögliche möglich machen.

    Gleichzeitig hält der Film den Südkoreanern einen Spiegel vor. Von Familienzerfall bis Korruption - kein brisantes Thema wird ausgelassen. Auch die USA bekommen ihr Fett weg, denn schließlich ist ein amerikanischer Wissenschaftler für das ganze Unglück verantwortlich. Überzeugende Darsteller, verblüffende Spezialeffekte und dennoch etwas abseits der Norm: «The Host» vereint alles, was zu guter Unterhaltung dazugehört und könnte so zu einem Überraschungserfolg avancieren.

    Maren Beneke, dpa

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