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  • Kritik: Unerbittliche Verfolgungsjagd

    "French Connection" und "Der Exorzist" gelten unter Kinoliebhabern noch immer als Meisterwerke. Regisseur William Friedkin hat sich in den letzten Jahren im Filmgeschäft rar gemacht, kehrt nun aber mit einem spannenden Action-Thriller auf die Leinwand zurück.

    Die Oscar-Preisträger Benicio del Toro und Tommy Lee Jones spielen darin zwei Männer, die Spezialisten fürs Töten sind und sich auf einer gnadenlosen Verfolgungsjagd bis zum Showdown immer näher kommen. Leider überspannt Friedkin den Bogen der Glaubwürdigkeit zu oft, so dass "Die Stunde des Jägers" deutlich hinter seinen filmischen Meilensteinen zurückbleibt.

    Katz- und Maus-Spiel mit dem FBI

    In den einsamen Wäldern von British Columbia hat sich der Fährtenleser Jay Bonham, ein ehemaliger Ausbilder für Einzelkämpfer, in eine Hütte zurückgezogen. Als in Oregon die Leichen von vier brutal ermordeten Jägern gefunden werden, bittet ihn das FBI um Hilfe. Mit der FBI-Agentin Abby nimmt Jay die Fährte des Killers Aaron Hallam auf, den Jay selbst zu einem Spezialisten im Nahkampf ausgebildet hat. Aaron hat als Elite-Soldat in einer Spezialeinheit der Armee gedient und bei einem Kriegseinsatz im Kosovo ein Trauma erlitten. Als exzellenter Profi der Tarnung gelingt es ihm nun, seinen Verfolgern immer wieder zu entkommen. Aaron arrangiert ein raffiniertes Katz- und Maus-Spiel mit Jay und dem FBI.

    Immer wieder unglaubwürdige Wendungen in der Handlung

    Während der ersten halben Stunde wird eine vielversprechende dramatische Konstellation auf hohem psychologischem Spannungslevel etabliert. Dann aber zeigt der Film die Wiederbegegnung von Killer und Jäger als atemlose Hatz, die in der Großstadt zu einer langen Reihe rasanter Verfolgungsjagden ausufert. Zwar versteht es Friedkin in den Action-Szenen noch immer, atemlose Spannung zu erzeugen, doch allzu oft muten er und der Drehbuchautor dem Publikum aberwitzige Wendungen zu. So wird Aaron zu einem brutalen Fluchtgenie dämonisiert, Jay zum übermenschlichen Verfolgergenie stilisiert.

    Verschenktes Thema einer Vater-Sohn-Ersatz-Beziehung

    Die interessantere emotionale Verstrickung der beiden Einzelkämpfer - Jay hat die brieflichen Hilferufe seines Lehrlings ignoriert und trägt daher Mitschuld an dessen kriminellen Taten - wird leider nur angerissen. Und auch das Potenzial der Vater-Sohn-Ersatz-Beziehung im Milieu einer archaischen Männerbündelei wird großenteils verschenkt.

    Reinhard Kleber, ddp

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