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  • Kritik: TV-Serie fürs Kino: Zwei Handelsvertreter auf der Jagd nach Ufos

    Ihre Ungläubigkeit ist FBI-Agentin Dana Scully kaum zu verdenken: Da behauptet ihr Kollege Fox Mulder steif und fest, die Erde gehöre eigentlich Außerirdischen. Längst vor dem Menschen sollen die Aliens den blauen Planeten bewohnt haben und nun zusammen mit einem mächtigen Syndikat dessen Rückeroberung planen. Damit übertrifft der verschrobene Mulder seine üblichen Ideen von vermeintlichen Begegnungen mit den kleinen grünen Männchen. Doch soll sich sein abwegig erscheinender Verdacht bewahrheiten und seine skeptische Kollegin einmal mehr mit einem wissenschaftlich unerklärlichen Phänomen konfrontieren.

    Fans der vielfach preisgekrönten amerikanischen TV-Serie "Akte X - Die ungelösten Fälle des FBI" dürfte das beschriebene Szenario nicht unbekannt vorkommen. Die Produzenten des am 6. August in den deutschen Kinos startenden Films "Akte X: Der Film" greifen deren Erfolgsgeheimnis auf und bauen es mit der bekannten Stammbesetzung geschickt für die große Leinwand aus. Der größte Reiz der Geschichte liegt auch hier in der einzigartigen Mischung aus Realität, Paranoia und Horror: Ständig wirft der Film den Zuschauer vom einen ins andere und spielt mit der subtilen Angst vor unerklärlichen Welten.

    Breiten Raum nimmt die merkwürdige Beziehung zwischen den beiden unterschiedlichen Bundespolizisten ein, die nicht nur nach Auffassung eines kleinen Jungen im Film aussehen wie zwei Handelsvertreter. Seit Jahren arbeiten der als versponnen geltende Mulder (David Duchovny) und die Medizinerin Scully (Gillian Anderson) im Team an den ungelösten Fällen, die sie ständig in Kontakt mit dem Paranormalen bringen. Dabei bleibt kein Raum für Privatleben, und auch die beiden Ermittler sind einander scheinbar gleichgültig. Doch bahnt sich trotz aller Wirrungen mehr zwischen ihnen an als je zuvor. Entsprechend lautet eine der spannendsten Fragen des Films: Werden sich Mulder und Scully küssen?

    Für den Großteil der Zeit sind die Beamten jedoch damit beschäftigt, unterirdische Raumschiffe ausfindig zu machen, rätselhafte Leichen zu obduzieren und geheime Versuchsstationen aufzudecken. Bald stellt sich heraus, daß auch die höchste Regierungsebene mit den Außerirdischen gemeinsame Sache macht und einen tödlichen Virus vor der Welt hütet. Bei atemlosen Hetzjagden erübrigt sich zwei Stunden lang jeder Blick auf die Uhr. Statt dessen verwöhnen atemberaubende Panorama-Aufnahmen aus der texanischen Wüste und der eisigen Weite der Antarktis das Auge des Zuschauers.

    "Akte X: Der Film" unterscheidet sich nicht nur wegen der fehlenden brutalen Schockeffekte von anderen Thrillern. Über seine ständige geschlossene Kopplung an Fakten, Beweise und Eindeutigkeiten läßt er kaum eine Frage offen. So verliert die Geschichte in fast beunruhigendem Ausmaß ihre Abwegigkeit und läßt sich entsprechend nach dem Kinobesuch nicht ganz leicht von sich schieben.

    Damit scheint der Plan von Regisseur Chris Carter aufzugehen: "Je realistischer der Film ist, um so glaubwürdiger ist er. Je glaubwürdiger er ist, um so angsteinflößender ist er. Und je angsteinflößender er ist, um so besser ist er." Für Fans der erfolgreichen Fernsehserie - die sich in den USA "X-Philes" nennen - ist der Zweistundenstreifen ein klares Muß. Jeden, der Mulder und Scully bislang nicht kannte, könnte er zu einem "X-Phile" machen.

    Michaela Pieler, AP

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