40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Trotz Stars nur ThrillerStandard
  • Kritik: Trotz Stars nur ThrillerStandard

    Navy-Boys in strahlend weißen Uniformen werfen ihre Bräute in die Luft, Kinder und die Sonne lachen um die Wette. Eine Blaskapelle spielt «O When The Saints» und ein Transparent verkündet «Katrina only made us stronger».

    Auf einer Fähre in New Orleans wird kräftig «Mardi Gras» - Karnevalsdienstag - gefeiert. Da verliert ein kleines Mädchen an der Reling seine Puppe, die langsam in den Wellen untergeht. Ein Unglückszeichen, denn im nächsten Augenblick jagt eine Bombe das Wasserfahrzeug in die Luft. Resultat: 543 Tote.

    Nach diesen von der Kamera einfühlsam und in jeder Hinsicht stimmungsvoll eingefangenen Einstiegsbildern, die auch an 9/11 denken lassen, hat Bombenattentats-Experte Doug Carlin (Oscar-Preisträger Denzel Washington) einen neuen Job. Dabei verliebt sich der aufrechte, sehr intuitiv vorgehende Ermittler nicht nur in eine Tote, sondern unternimmt auch mit FBI-Hilfe eine Zeitreise, um das Verbrechen zu verhindern und die Opfer zu retten.

    Blockbuster-King Jerry Bruckheimer («Top Gun», «Armageddon», «Pearl Harbour», «Fluch der Karibik») hat wieder zugeschlagen: Im Auftrag dieses kommerziell erfolgreichsten Produzenten, den Hollywood je hatte (Gesamteinspielergebnisse: 13,5 Milliarden Dollar) inszenierte Action-Spezialist Tony Scott («Enemy Of The State») den Science-Fiction-Thriller mit Romanzen-Elementen «Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit».

    Reale Ergebnisse der modernen Physik wie String-Theorie, Parallelwelten und Wurmlöcher gaben den Anstoß zu der Story. Für Bruckheimer, Scott und Washington ist es nicht die erste Zusammenarbeit - bereits 1995 schufen die drei den gelungenen U-Boot-Film «Crimson Tide». Trotz der besten Voraussetzungen für Spannung der Extra-Klasse geriet «Déjà Vu» jedoch nur teilweise außergewöhnlich - die amerikanischen Kinokassen klingeln trotzdem.

    Auf der Haben-Seite befinden sich die verheißungsvolle Eingangssequenz sowie die vielen Aufnahmen des so schönen wie leidgeprüften New Orleans: In helles Licht getaucht, sieht man immer wieder historische Häuserzeilen des French Quarter, aber auch heimgesuchte Viertel - eine Hommage an die Stadt. Katrina-bedingt fanden die Dreharbeiten nicht wie geplant im Herbst 2005 statt, sondern Anfang 2006. Die Unterstützung durch Bevölkerung und Behörden sei groß gewesen, sagte Bruckheimer später: «Als wir in den Straßen drehten, kamen jeden Tag Anwohner und dankten uns für unseren Beitrag zur Wiederbelebung ihrer Stadt.»

    Darüber hinaus punktet der Streifen mit guter Besetzung, zu der auch Val Kilmer als FBI-Mann, James Caviezel als Terrorist und vor allem die ausdrucksstarke Newcomerin Paula Patton («Hitch») - zunächst als schöne Leiche - gehören.

    Überwiegend verlässt sich «Déjà Vu» allerdings auf seine Grundidee, die angeblich wissenschaftlich begründete Zeitreise. Im Film verfügt das FBI über geheime Satellitenaufnahmen, die das Geschehen auf der Erde von jeweils viereinhalb Tagen zuvor auf die Monitore bringen. In einer entsprechenden Kapsel gelingt dem wieder einmal typisch honorigen Washington-Helden dann selbst der Sprung durch Raum und Zeit.

    Nun ist weder das Konzept der Zeitreise in einem Science-Fiction-Werk originell - immerhin ein Standard seit H.G. Wells' Literaturklassiker «The Time-Machine» (1895). Noch bringt es hier für die Entwicklung der Geschichte wesentlich mehr als was ohnehin zu einem ordentlich gemachten Thriller gehört: Hektik, rasende Autos und feuernde MGs. Und wenn sich für die Dialoge daraus Aspekte ergeben wie Schicksal, Wiedergeburt, Patriotismus und Opfer, dann sind dies bloß ein paar pseudo-spirituelle Loopings statt metaphysischem Mehrwert.

    Ulrike Cordes, dpa

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Freitag

    1°C - 8°C
    Samstag

    5°C - 7°C
    Sonntag

    5°C - 9°C
    Montag

    3°C - 7°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Rock am Ring geht zurück

    Das Rockfestival findet 2017 nicht mehr in Mendig, sondern wieder am Nürburgring statt. Was sagen Sie zu diesen Neuigkeiten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!