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  • Kritik: Trick-Musical "Anastasia" nur technisch top

    Mit dem Zeichentrick-Musical "Anastasia" versucht die Twentieth Century Fox ("Titanic") jetzt dem Disney-Konzern das Quasi-Monopol auf diesem Sektor streitig zu machen - mit mäßigemErfolg.

    Die Geschichte spielt in Rußland nach der Revolution. Anastasia, die Tochter des Zaren, wurde als namenloses Kind in ein Waisenhaus gesteckt und macht sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit. Der Film sieht den bewährten Disney-Werken optisch zum Verwechseln ähnlich. Der Angriff auf den Studio-Konkurrenten zeigt sich vor allem in der gigantischen Werbekampagne für "Anastasia", die nach Angaben der Fox weit mehr kostet als etwa die Werbung für "Independence Day".

    Die Revolution dauert auf der Leinwand höchstens fünf Minuten. Die gesellschaftliche Umwälzung findet statt, weil der böse Zauberer Rasputin die Zarenfamilie mit einem Fluch belegt hat, um selbst ewig leben zu können. Doch dieser grüngallige Bösewicht fällt auseinander, dauernd rutscht sein Mund den langen Bart hinunter oder die Hände fallen ihm ab - von ewigem Leben keine Spur. Und so ahnt Rasputin, daß sein Fluch sich noch nicht erfüllt hat: Ein Kind des Zaren muß überlebt haben.

    Während sich Rasputin auf die Suche begibt, wird Anya, wie sich Anastasia Romanow jetzt nennt, 18jährig aus dem Waisenhaus entlassen. Sie weiß nicht, wer sie ist. Es tauchen Gerüchte auf, daß die letzte Zarentochter noch lebe. Als Anastasias Großmutter Marie, die in der Revolution nach Paris fliehen konnte, eine hohe Belohnung aussetzt, um ihre Enkelin wiederzufinden, ergreift der Hochstapler Dimitri die Chance. Um die Belohnung zu kassieren, veranstaltet er regelrechte Talentshows und Castings. Als er Anya entdeckt, ist ihm klar, daß er mit ihr nach Paris muß. Erst im Laufe der Reise merkt er, daß er tatsächlich die echte Zarentochter gefunden hat, und nun kommt diesen beiden Dickschädeln auch noch die Liebe in die Quere.

    Kaum ist die Identität des Mädchens geklärt, wird auch Rasputin aktiv: Das süße Geschöpf hat einen gemeinen, aber urkomischen Verfolger auf den Fersen. Hier zeigen die Fox-Zeichner unter der Leitung des aus Dresden stammenden Spezialisten Gabor Tom Steisinger, was sie können: Spektakuläre Zeichentrick-Actionszenen wurden erstklassig umgesetzt. Auch der Prunk des Zarenpalastes mit seinen prächtigen Ölgemälden und Ornamenten beeindruckt. Leider bleibt die Handlung über weite Strecken unschlüssig - ganz abgesehen davon, daß der wirkliche Rasputin zwar auch eine düstere Gestalt war, doch bereits 1916, also weit vor der Revolution, starb.

    Auch in Sachen Musik und Choreographie können die Fox-Leute mit Disneys Ohrwürmern nicht mithalten. Im Original leihen zahlreiche Hollywood-Stars den Charakteren ihre Stimme: So spricht Meg Ryan die Titelrolle, John Cusack gibt Dimitri, Christopher Lloyd den Rasputin. Unter den deutschen Sychronstimmen sind immerhin die von Peer Augustinski und Angelika Milster. Insgesamt bleibt der Eindruck: Mit diesem Film wollte die Fox es jedem Recht machen.

    Fatina Keilani, dpa

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