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  • Kritik: Travolta und Cage "im Körper des Feindes"

    Wie bereits in dem ebenfalls vor allem an den Kinokassen erfolgreichen, inhaltlich jedoch eher einer Bruchlandung gleichenden Film "Con Air" kann Cage auch im neuesten Werk seinen durchtrainierten Oberkörper auf die Leinwand bringen. Gesicht und Muskeln leiht er in dem US-Erfolg sowohl dem gewohnt Guten als auch dem Bösen: Als (zunächst) psychopathischer Terrorist wird Cage gleich in den Anfangsminuten von einem besessenen FBI-Agenten (zunächst Travolta) ins Koma befördert. Um weiter in den Kreis der Terrorbande eindringen zu können, muß sich Travolta als Cage ausgeben, wechselt zunächst nur das Gesicht und schließlich im Laufe des Films auch die Charakterzüge. Cage widerum erwacht unvorhergesehen aus dem Koma, leiht sich das konservierte Travolta-Gesicht und macht sich auf die Jagd nach seinem langjährigen Rivalen.

    Was sich als kompliziertes Katz-und-Maus-Spiel liest, läßt sich auf der Leinwand keinesfalls einfacher an. Im überaus blutigen und nur selten wirklich nachvollziehbaren Kampf zwischen Gut und Böse verwischen die Grenzen, die beiden ungleichen Protagonisten tauschen nicht nur die Gesichter, sondern beim Eintauchen in das Leben des jeweils anderen auch die Identität ihres Feindes. Mehr oder minder unfreiwillig finden sie sich in der verhaßten Welt des anderen wieder, in der sie gegensätzliche Werte vertreten müssen. Travolta gelingt der Rollentausch mit dramatischem Ausdruck erheblich besser als Cage. Der einstige Tanzflächengigolo wächst in der Rolle des zynischen Terroristen, während es Cage vorbehalten ist, den wesentlichen Part in den sentimentalen Momenten zu übernehmen.

    Regisseur John Woo ("Operation Broken Arrow") aus Hongkong versucht, den Mangel an dramatischem Ausdruck in diesem Verwirrspiel durch ausgedehnte, wenngleich perfekt inszenierte Action-Sequenzen zu kaschieren. Dabei bedient er sich bereits weitgehend bekannter Zutaten wie Zeitlupen, flackernder Kerzen und flatternder Rockschöße im Wind. Zumindest Cage und die Filmbranche scheinen vom Erfolg des "Oscar"-Preisträgers im Actiongenre überzeugt zu sein: Auf dem Terminkalender des früheren Charakterdarstellers stehen in nächster Zeit Projekte wie Brian de Palmas neuer Thriller "Snake Eyes", Tim Burtons "Superman Reborn" und die Fortsetzung des Kassenknüllers "The Rock".

    Von Martin Oversohl, dpa

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