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  • Kritik: Travolta als Frauenheld mit Charisma

    Hamburg - Wie dieser Mann reihenweise Hände schüttelt, das ist unnachahmlich. Sein ganzes Tun zeugt von einer einzigen Mission: Er will Kontakt herstellen. Er will die Menschen für sich einnehmen, die ihn zum Präsidenten der Vereinigten Staaten wählen sollen. Und manchmal ist sein Kontakt zu den Frauen allzu eng...

    Der Film "Mit aller Macht" ist eine Studie über Politik und Privates, Moral und Medien. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind in diesem Fall absolut nicht zufällig. Hollywood-Star John Travolta liefert eine Glanzleistung als Politiker mit Charisma und unkontrollierter Libido, der auf der Leinwand zwar Jack Stanton heißt, aber unschwer als Bill Clinton zu identifizieren ist.

    "Mit aller Macht" (Primary Colors) von Oscar-Gewinner Mike Nichols ist der zweite Film in diesem Jahr, der die Sex-Affären des US-Präsidenten thematisiert. Und wie schon Regisseur Barry Levinson nach seinem satirischen Husarenstück "Wag the Dog" wird auch Nichols nicht müde zu betonen, daß sein Film lange vor dem Sex-Skandal um Clinton und die Praktikantin Monica Lewinsky entstanden ist.

    Doch trotz der aktuellen Schlagzeilen und Travoltas Supershow als Clinton-Kopie im Zentrum eines hervorragenden Ensembles - allen voran Kathy Bates als lesbisches Polit-Schlachtross mit Cowboy-Hut - konnte der Streifen in den USA die Erwartungen nicht erfüllen. "Die Menschen sind zwar sehr an all diesen Affären interessiert", sagte die Britin Emma Thompson, die Stantons Gattin überzeugend und ganz im Stile Hillary Clintons spielt, der dpa. "Aber im Prinzip sind sie nicht fähig, die dunkle Seite der Menschen zu akzeptieren."

    Mit Hamsterbäckchen, Bäuchlein und graugesträhnten Haaren zieht Travolta als Gouverneur eines Provinzstaates in den Wahlkampf, um mächtigster Mann der westlichen Welt zu werden. Unterstützt wird er von einem Team, das in der Wahlkampfschlacht etliche Skrupel auf der Strecke läßt, und von seiner Frau, die doppelt unter den Affären leidet: "Sie ist natürlich persönlich gekränkt und tief verletzt", schildert Thompson ihre Rolle. "Und sie fürchtet angesichts der Medienberichte über den Ehebrecher auch, um ihre eigenen politischen Ziele gebracht zu werden." Denn letztlich - und daran läßt Nichols Film keinen Zweifel - sind diese Stantons getrieben von der Vision, eine bessere, gerechtere Welt erschaffen zu können.

    Gerade dieses immer wiederkehrende Pathos nimmt dem Film seine Spitzen. Regisseur Nichols, der Klassiker wie "Die Reifeprüfung" oder "Silkwood" gedreht hat, geht mit seinem Helden geradezu zärtlich um. Der echte Clinton, der auf eine Vorführung des Film nach Angaben von Travolta "freundlich" reagiert haben soll, kann in der Tat zufrieden sein. Travolta gibt ganz den mitreißenden Stimmenfänger, der die schmutzigen Seiten des Polit-Geschäfts seinen erfindungsreichen Beratern überläßt. Den Biß des Enthüllungs-Bestsellers "Primary Colors", den der US-Journalist Joe Klein alias "Anonymous" nach seinen Wahlkampferfahrungen mit Clinton geschrieben hat, sucht man hier vergeblich.

    Doch trotz der aktuellen Schlagzeilen und Travoltas Supershow als Clinton-Kopie im Zentrum eines hervorragenden Ensembles - allen voran Kathy Bates als lesbisches Polit-Schlachtross mit Cowboy-Hut - konnte der Streifen in den USA die Erwartungen nicht erfüllen. "Die Menschen sind zwar sehr an all diesen Affären interessiert", sagte die Britin Emma Thompson, die Stantons Gattin überzeugend und ganz im Stile Hillary Clintons spielt, der dpa. "Aber im Prinzip sind sie nicht fähig, die dunkle Seite der Menschen zu akzeptieren."

    rein zufällig... "Mit aller Macht" (Primary Colors) von Oscar-Gewinner Mike Nichols ist der zweite Film in diesem Jahr, der die Sex-Affären des US-Präsidenten thematisiert. Und wie schon Regisseur Barry Levinson nach seinem satirischen Husarenstück "Wag the Dog" wird auch Nichols nicht müde zu betonen, daß sein Film lange vor dem Sex-Skandal um Clinton und die Praktikantin Monica Lewinsky entstanden ist.

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