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  • Kritik: Travolta als Engel in himmlischer Mission

    Hamburg (dpa) - Engel sind blond, keusch, gutmütig und sie klimpern friedlich in weißem Gewand auf ihrer Harfe. Mitnichten - Hollywoods neuestes himmlisches Geschöpf ist zwar in durchaus ehrenwerter Mission unterwegs, doch ist das auch schon alles, was ihn mit unserer Vorstellung der Götterboten verbindet. "Michael" heißt der durchaus skurrile Vertreter seiner Zunft. Er raucht, schnarcht, liebt und tanzt, liebt Keilereien und duftet verführerisch nach frischgebackenen Plätzchen. An diesem Donnerstag (20.3.) kommt der gleichnamige Streifen in die deutschen Kinos.

    In einer letzten Mission auf der Erde soll der speckbauchige Erzengel (John Travolta) mit Hang zu Eskapaden und Sinnenfreuden drei vom Leben frustrierte Journalisten auf den Weg der Tugend führen. Frank (William Hurt) und Huey (Robert Pastorelli) arbeiten für ein wenig seriöses Boulevard-Magazin und sehen in der Story über den Engel aus dem Mittleren Westen ihre große Chance. Begleitet von der neuen Kollegin Dorothy (Andie Mac Dowell) versuchen sie, Engel Michael von einem Nest in Iowa nach Chicago zu bringen.

    Mit viel Humor hat Regisseurin Nora Ephron ("Sleepless in Seattle") den ikonenhaften Erzengel Michael, den berühmtesten der himmlischen Heerscharen, als zeitgenössischen Menschen aus Fleisch und Blut zum Leben erweckt. Das frühere Teenager-Idol Travolta zeigt sich wie gewohnt von der "coolen" Seite und spielt seine Talente zwischen aufreizendem Augenaufschlag und schwingendem Tanzbein mit Gusto aus.

    Natürlich genießt der unkonventionelle Michael das Leben trotz des irdischen Auftrages in vollen Zügen. Seine drei anfangs noch recht illusionslosen Begleiter zwingt er dabei auf der endlos scheinenden Fahrt von Iowa in die Großstadt in einigen glänzenden Szenen zu unfreiwilligen Umwegen.

    Leider ist auch Ephrons vierte Regie-Arbeit nicht immer geradlinig und souverän. Nach einem überzeugenden Anfang mit einem Travolta in Hochform (mutig mit Wampe, Zigarettenstummel und Bierdose) verlieren sich Spannung und Humor in einer streckenweise eintönigen romantischen Mär. Das Happy-End drängt sich geradezu auf, doch scheint dies zumindest dem amerikanischen Publikum genau recht: Nach nur einer Woche hatte sich "Michael" dort bereits auf der himmlischen Spitzenposition der Charts plaziert.

    Von Martin Oversohl, dpa

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