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  • Kritik: Tolle Stars, kitschiges Ende

    Das ist der größtmögliche Verrat unter Frauen: Wenn eine Schwester die andere betrügt, in deren Wohnung, in deren Bett, mit deren neuem Freund. Wie es dazu kommt und wie die zwei Frauen das Schlamassel in den Griff bekommen, sorgt in Curtis Hansons «In den Schuhen meiner Schwester» für zwei schöne Stunden Kinounterhaltung mit tollen Stars - allen voran Cameron Diaz mit dem schauspielerisch interessantesten Auftritt ihrer Karriere.

    Diaz betört seit Jahren mit lockerem Sex-Appeal auf der Leinwand. Als Charakterdarstellerin hat sich die Blondine mit dem entwaffnenden Lächeln bisher nicht profiliert. Das könnte ihr nun gelingen, in einer Rolle, die ihr auf den Leib geschneidert scheint: Das Partygirl, das sich rücksichtlos durchs Leben flirtet, stürzt richtig ab, zeigt die Abgründe und die Leere in einem auf Äußerlichkeiten gebauten Leben und geht als besserer Mensch aus der Krise hervor.

    Neben Diaz als Meggie besteht die Australierin Toni Collette («Muriels Hochzeit») mit Bravour. Collette spielt ihre bisher größte Hollywood-Rolle als karriere-orientierte, unattraktive Schwester Rose. Geld hat Rose genug, aber Spaß erlebt sie nur beim Schuhe kaufen. Eine ganze Sammlung steht im Schrank. Dutzende nie getragener High Heels mit Riemchen zeugen von der Sehnsucht der Besitzerin nach etwas mehr Glamour und Weiblichkeit. Ihr fehlt genau das, was Meggie im Überfluss hat. Und Meggie wiederum leidet darunter, dass sie nicht mal richtig lesen kann. Die unverwüstliche Shirley Maclaine verleiht als kluge Großmutter dem Geschehen jenen Gefühlskitt, der die zerstrittenen Schwestern wieder verbindet und die ganze Geschichte zusammen hält.

    Trotz aller Unterschiede haben Meggie und Rose nach dem Tod ihrer Mutter immer zusammen gehalten. Rose hat die Schulversagerin stets beschützt, hat sie gegen die Stiefmutter verteidigt, sie besoffen aus Kneipenklos geschleppt. Doch nach dem traumatischen Verrat schmeißt sie das charmante Biest raus, unwiderruflich.

    Bei der lange vermissten Oma in einer komfortablen Senioren- Wohnanlage in Florida findet Meggie Zuflucht. Die alte Dame treibt ihr schnell die Flausen aus. In der Zwischenzeit findet Rose den Mann fürs Leben und plant die Hochzeit - aber ihr Schmerz und ihre Scham über den Bruch mit der Schwester sitzen so tief, dass auch die frische Liebe davon belastet wird.

    Eigentlich hätte man von Regisseur Curtis Hanson nach dem glamourösen Thriller «L.A. Confidential» oder dem rauen Rapper-Drama «8Mile» mit Eminem keinen «Frauenfilm» wie diesen erwartet. So ganz wohl scheint er sich in dem Genre auch nicht zu fühlen. Lange sucht der Film die richtige Balance zwischen Drama und Komödie, das kitschige Happyend wirkt so lieblos abgedreht, als hätte der Regisseur selbst ein schlechtes Gewissen dabei gehabt. Dennoch bleibt der Film (nach dem US-Bestseller «Zwei Schwestern und ein Hochzeitskleid» von Jennifer Weiner) ein sehenswertes Stück Mainstream-Kino - den starken Frauen vor der Kamera sei Dank.

    dpa

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