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  • Kritik: Til Schweigers Liebeserklärung an die Liebe

    «Wie weit gehst Du, wenn Du verliebt bist?» Til Schweiger (41) hat schon auf dem Weg zu seinem Traumprojekt «Barfuss», dessen Untertitel die Frage stellt, eine Antwort darauf geliefert.

    «Ich habe jahrelang versucht, den Film zu machen», berichtet der Schauspieler, «die Geschichte ist mir sofort ans Herz gewachsen. Von Anfang an war mir klar, dass ich das selbst inszenieren möchte.» Und so hat der 41-Jährige nicht nur die Umsetzung des Stoffs nie aus den Augen verloren, sondern auch noch alle wichtigen Rollen gleich selbst besetzt: Produzent, Regisseur, Co-Drehbuchautor und männlicher Hauptdarsteller.

    Mit den Augen eines Kindes

    Sechs Jahre nach seinem vielfach gelobten Regiedebüt «Der Eisbär» hat sich Multitalent Schweiger für eine romantische Liebekomödie hinter die Kamera begeben. «Barfuss» erzählt die zarte Romanze zwischen einem ungleichen Paar, das sich in einer psychiatrischen Klinik kennen lernt. Dort lebt die 19 Jahre alte Leila (Johanna Wokalek), deren inzwischen gestorbene Mutter ihr nie erlaubt hat, die Wohnung zu verlassen. Gerade, als das einsame und verlassene Mädchen versucht, sich das Leben zu nehmen, taucht Nick (Schweiger) auf - ein sympathischer Tagedieb, der noch nie Verantwortung übernehmen musste.

    Von nun an folgt Leila ihrem Lebensretter in eine Welt, die sie nicht kennt. Barfuß natürlich, denn in Schuhen würden sich ihre Füße eingesperrt fühlen. Sie ist ein engelsgleiches Wesen, das mit den Augen eines Kindes sieht. Eine Herausforderung für Schauspielerin Wokalek («Hierankl») vom Wiener Burgtheater: «Ich musste mich geistig in die Lage eines Kindes versetzen und konnte noch einmal erleben, wie es ist, Dinge zum ersten Mal zu tun.» Wokalek, die jüngst im TV-Dreiteiler «Die Kirschenkönigin» zu sehen war, meistert diese Aufgabe so hinreißend, dass man sich einfach in sie verlieben muss.

    Eine Liebesgeschichte, die ohne Kuss und Sex auskommt

    «Für die Figur der Leila hatten wir beim Schreiben immer ein Kind vor Augen, keine Lolita», erzählt Schweiger. Der Frauenschwarm aus Filmen wie «Der bewegte Mann», «Männerpension» oder «Knockin' On Heaven's Door» selbst ist als gewissenloser und egoistischer, aber liebenswerter Hallodri in einer Paraderolle zu sehen. Und er kehrt den Gaunerkomödien den Rücken: «"Barfuss» ist mein erwachsenster Film, der alles ausdrückt, was mich derzeit bewegt», meint der vierfache Vater, der mit seiner Familie erst kurz vor Beginn der Dreharbeiten wieder von Amerika nach Deutschland gezogen ist. «Es ist mein reifster und auch mein ernsthaftester Film.»

    Lustig und turbulent geht es trotzdem auch in «Barfuss» zu, «aber es ist nicht so albern wie bei "Knockin'"», meint Schweiger, der für sein Werk auch bekannte Kollegen wie Steffen Wink, Michael Mendl, Nadja Tiller, Jürgen Vogel und Armin Rohde vor die Kamera holte. Schweiger selbst kann den Film «zwar inzwischen rückwärts aufsagen», trotzdem gehen ihm einige Szenen immer wieder zu Herzen. Die romantische, märchenhafte Komödie in weich gezeichneten Bildern setzt auf große Emotionen, aber in einer gelungenen Mischung aus Komischem und Tragischem. Und sie zeigt eine Liebesgeschichte, die ohne Kuss und Sex auskommt. Schweiger: «Eine Liebeserklärung an die Liebe.»

    dpa

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