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  • Kritik: Til Schweiger ist der "Bastard":

    Köln (dpa) - Der schmuddelige Kleinganove Brute (Til Schweiger), ein heruntergekommenes Waisenhaus in Rumänien und ein alter Säufer - das sind die Zutaten, aus denen der polnische Jungregisseur Maciej Deijzer "Bastard" zusammengemixt hat. Entstanden ist ein melancholischer Film in Grau- und Brauntönen über unglückliche Liebe, tragisches Schicksal und einen "harten Mann", der plötzlich seine empfindsame Seite entdeckt.

    Til Schweiger, der mit der Rolle des Brute weiter an seinem "Halbstarken-Image" strickt, war nach Abschluß der Dreharbeiten zu "Bastard" nicht ganz glücklich mit dem Film. Es habe ihn zwar gereizt, einmal mit internationalen Stars wie Polly Walker und John Hurt zu arbeiten, sagt er. Deshalb habe er eingewilligt, die Rolle in der deutsch-polnisch-französischen Ko-Produktion zu spielen. Im Laufe der Dreharbeiten habe sich dann aber herausgestellt, daß die Story an einigen Stellen "etwas hakt".

    "Jetzt weiß ich, daß es ein schwerer Fehler war, ohne großes Nachdenken zu sagen, daß mache ich jetzt einfach mal", meint Schweiger heute. "Das passiert mir nicht nochmal." Auf seine schauspielerische Leistung als pseudo-cooler Straftäter mit Herz ist Schweiger aber trotzdem stolz. Der gebürtige Kölner, der als "Knacki" schon in "Männerpension" großen Erfolg hatte, hat auch keine Angst, sich zu sehr auf ein bestimmtes Image festzulegen. "Ich würde fünf Knast-Filme hintereinander drehen, wenn die Drehbücher gut wären", meint Schweiger, der seit einigen Monaten mit seiner Familie in Hollywood lebt. "Genauso würde ich fünf Beziehungskomödien am Stück machen."

    In der Rolle des Brute zeigt Schweiger zu Beginn große Aggressivität. Er legt sich mit dem korrupten Anstaltsleiter Sincai (Pete Postlethwait) an und verteilt Ohrfeigen an die Waisenkinder. Mit der einzigen Frau im Haus, der Krankenschwester Mara (Polly Walker), fängt er ein Verhältnis an. Doch eine richtige Liebesgeschichte wird nicht daraus.

    Statt dessen entwickelt Brute Gefühle für das zwölfjährige, todkranke Zigeunermädchen Elena, das ihn leidenschaftlich verehrt. Mara überredet ihn schließlich, so zu tun, als liebte er das Waisenkind, damit das herzkranke Mädchen nicht den Lebensmut verliert. Gerührt von Elenas Anhänglichkeit will Brute ihr die dringend notwendige Herzoperation ermöglichen.

    Doch das Schicksal zeigt sich unerbittlich: Nach der Herzoperation, die der alkoholabhängige Anstaltsarzt Babits (John Hurt) mit zittriger Hand durchführt, bleibt sie tot auf dem Operationstisch liegen. Desillusioniert verläßt Brute das schmutzige, verkommene Waisenhaus. Elenas kleinen Bruder Iorgu nimmt er mit.

    Von Anne-Beatrice Clasmann, dpa

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