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  • Kritik: Thriller-Komödie mit Spannung, Witz und Zynismus

    Es ist gewagt, was sich der junge irische Regisseur David Caffrey für sein Spielfilmdebüt ausgedacht hat: eine tiefschwarze Thriller-Komödie über Liebe und Mord, Terror und Friedensbemühungen in Nordirland. Doch sein Erstling "Starkey" ist gelungen. Über die Gesamtlänge von 110 Minuten schafft es Caffrey, immer wieder mit überraschenden Wendungen und einer seltenen Mischung aus Spannung, Witz und Zynismus die Zuschauer zu verblüffen.

    Im Zentrum der bissigen Satire steht "Dan Starkey", ein Whiskey- verliebter, populärer Kolumnist einer Belfaster Zeitung. Ständig benommen herumtorkelnd und einknickend, stolpert der Journalist aus massiven Ehe- und Job-Problemen in ein unverhofftes Liebesabenteuer mit der attraktiven Studentin Margret. Doch der Seitensprung hat schwere Folgen und eröffnet ein Vexierspiel aus Verrat, Korruption und Tod: Starkey und Margret geraten in den Sog politischer Intrigen. Zwischen Morden liegen gnadenlose Verfolgungsjagden mit reichlich Action, Blut und bizarrem Humor.

    Der Film lebt vor allem von ungewöhnlichen Einfällen des Regisseurs, der Belfast einmal nicht mit den bekannten Terror-Bildern aus den TV-Nachrichten, sondern von seiner eher unbekannten Sonnenseite zeigt. Die Gewaltszenen geschehen eher in Innenräumen oder in schönen Landschaften.

    Vor diesem Hintergrund spielt der 36jährige Brite David Thewlis mit einer bemerkenswerten Souveränität die Hauptrolle. Er hatte bereits in Mike Leighs "Nackt" (Naked/1993) seinen internationalen Durchbruch geschafft und war später unter anderem in Jean-Jacques Annauds "Sieben Jahre Tibet" (1997) zu sehen. In der kompliziert verwobenen "Starkey"-Geschichte schafft er es mit Bravour, einen Anti-Helden und Verlierertyp jenseits gängiger Moralvorstellungen zu spielen, der dennoch die Sympathien der Zuschauer gewinnt. "Es war sehr leicht, mit ihm zu arbeiten. Für mich persönlich als Anfänger in der großen Liga der Profis war es wunderbar", lobt denn auch Regisseur Caffrey seinen überragenden Hauptdarsteller.

    Thewlis zur Seite steht die Australierin Rachel Griffiths als Striptease-Tänzerin im Nonnenkostüm - unter anderem aus "Muriels Hochzeit" (1994) und "Die Hochzeit meines besten Freundes" (1997) bekannt. Robert Lindsay mimt einen aussichtsreichen Ministerpräsidenten-Kandidaten, den am Wahltag seine dunkle Vergangenheit einzuholen droht. Als geldgieriger Ex-IRA-Terrorist spielt Jason Isaacs einen weiteren bösen Gegenspieler. Die Studentin Margret wird von der schottische Darstellerin Laura Fraser gespielt.

    Markus Elsner, dpa

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