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  • Kritik: Thriller "U-Turn - Kein Weg zurück"

    Bobby hat 13.000 Dollar im Gepäck und nur acht Finger an den Händen, als er mit seinem Auto in dem Wüstenkaff Superior strandet. Auf dem Weg nach Las Vegas, wo der notorische Glückspieler seine Schulden begleichen will, um nicht noch mehr Finger an einen sadistischen russischen Geldeintreiber zu verlieren, ist bei Bobbys Auto der Kühlerschlauch geplatzt. Das ist ärgerlich, aber was folgt, am Ende blutig und mörderisch. Denn der Zwangsaufenthalt in dem öden, von vielerlei bizarren Typen bewohnten Superior wird für Bobby zum Höllentrip.

    Und natürlich hat das eine ganze Menge mit einer schönen und allzu willigen Frau zu tun, die Grace heißt und leider einen hünenhaften Brutalo zum Ehemann hat. Das ungleiche Paar haßt sich gegenseitig zutiefst, übrigens mit den allerbesten Gründen. Bobby verliert nach der heftigen ersten Begegnung mit den beiden auf absurde Weise sein Geld, bekommt aber überraschende Angebote, seine Barschaft wieder aufzufüllen. Allerdings sind damit Bedingungen verbunden, die man nur in extremen Notsituationen zu akzeptieren geneigt ist. Bobby hat keine Wahl, doch in Superior spricht auch noch der Sheriff ein Wörtchen mit. Das Drama nimmt seinen Lauf.

    Daß diese über zweistündige Kinogeschichte um Sex, Inzest und Tod von Erfolgsregisseur Oliver Stone stammt, ist die eigentliche Überraschung eines Films, der ansonsten nach gewohnten Bahnen verläuft. Eine solche Mischung zwischen Thriller, Western und Tragikomödie hat der Schöpfer von Kinohits wie "Platoon" und "JFK" bislang bislang noch nicht auf die Leinwand gebracht. Doch der dreifache Oscar-Preisträger hat in den 20 Jahren seiner Filmkarriere schon vieles ausprobiert, wenngleich nicht immer alles davon geglückt ist.

    "U-Turn - Kein Weg zurück" ist mit dem für Hollywood-Verhältnisse geringem Budget von 20 Millionen Dollar und nur 42 Tagen Drehzeit ein "kleiner" Stone-Streifen geworden. Und von Politik ist im Gegensatz zu "Nixon", dem umstrittenen letzten Werk des 51jährigen Filmemachers, diesmal keinerlei Rede. Ein Motiv, ausgerechnet diese Geschichte in Szene zu setzen, verrät Stone gern: "Für mich ist es sehr deprimierend anzusehen, wie teuer Filme heutzutage geworden sind. 'U-Turn' war ein Experiment für mich, mit dem ich beweisen wollte, daß man einen Film immer noch in einer weniger aufgeblasenen Art und Weise machen kann."

    Wenn man für ein solches Experiment herausragende Schauspieler wie den rebellischen Sean Penn als Bobby, die sinnliche Jennifer Lopez als Grace und dazu Veteranen wie Nick Nolte und Jon Voight vor die Kamera bekommen kann, ist alles schon halb geglückt. Daß "U-Turn - Kein Weg zurück" indessen nicht ganz geglückt erscheint, liegt an der Geschichte, die letztlich altbekannt ist. Stone versucht sie durch visuelle Tricks und dramaturgische Kniffe interessanter zu machen als sie nun einmal ist. Das muß den Spaß an seinem neuen Film nicht verderben, macht ihn aber doch etwas schal. Ansehen kann man sich das alles trotzdem.

    Wolfgang Hübner, AP

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