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  • Kritik: Thriller läßt keine Langeweile aufkommen

    Den College-Studenten geht es wohl zu gut: Sie kiffen am Rande eines Steilhangs, sie spielen auf blöden Partys Russisches Roulette mit Bierdosen.

    Ihre Intelligenz beweisen sie gerne, indem sie andere mit fiesen Tricks quälen. Nichts ist ihnen heilig. Ein Polizist ahnt, daß dieses Treiben noch böse enden wird. Aber er steht machtlos vor der abgeschotteten Welt des Campus. Und so nimmt das Unheil in dem amerikanischen Spielfilm "Mörderische Freunde" seinen Lauf, ab 17. September in den deutschen Kinos zu sehen.

    Tim (Matthew Lillard) und Chris (Michael Vartan) wollen in Harvard studieren, doch ihre Noten reichen dafür nicht aus. Chris entdeckt eine Klausel in der Schulordnung, wonach die Zimmergenossen eines Selbstmörders ein Einserzeugnis erhalten, um ihren Schmerz bewältigen zu können. Bald darauf macht ihnen die College-Psychologin dieses Angebot. Denn Zimmergenosse Rand (Randall Batinkoff) hat sich von den Klippen in den Tod gestürzt.

    Um den miesen Typen trauert niemand wirklich. Nur seine arme Freundin Natalie, die er am meisten gepiesackt hatte, stürzt sich aus Verzweiflung ebenfalls in den Tod. Chris und Tim wissen, was wirklich mit Rand geschehen ist. Chris ist ein nachdenklicher Junge, der sich da mehr hat mitziehen lassen. Der eiskalte Tim aber kommt jetzt richtig auf Touren und genießt es, ständig neue Intrigen einzufädeln. "Fühlst du dich nicht schuldig?", fragt ihn Chris nach einem seiner zynischen Auftritte. "Schuld ist für Kinder", sagt Tim.

    Es kann ja so langweilig sein, an das Gute im Menschen zu glauben. In dieser schwarzen Thrillerkomödie hat Langeweile keinen Platz. Das beinahe atemlose Schauspiel von Matthew Lillard, bekannt als Serienkiller Stuart in "Scream", brennt ab wie ein Feuerwerk. Ob er hämisch lacht, den trauernden Freund oder den unbeschwerten Sunnyboy gibt, immer spürt man, wie Tim getrieben wird von dem Ehrgeiz, andere vorzuführen mit ihren Gefühlen und ihrem Vertrauen. Bald hat er es auf Chris abgesehen.

    Drehbuchautor Dan Rosen führte in "Mörderische Freunde" erstmals auch Regie. Wem böse Gedanken und Schadenfreude nicht völlig fremd sind, der wird staunen, wie rasch er mit Tim und Chris in den Sog solcher Phantasien gerät, sobald sie erst einmal entfesselt sind. Zum Schluß steht man mit Chris am Rand des Abgrunds. Und dann nimmt die Geschichte eine neue Wendung, dreht den Zuschauern eine lange Nase, und die Figuren auf der Leinwand lachen sich ins Fäustchen. An Spannung, Witz und Einfallsreichtum ist dieser Film kaum zu überbieten.

    Bianka Piringer, AP

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