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  • Kritik: Thriller gegen die Todesstrafe

    Kein zweiter Wettbewerbsbeitrag der diesjährigen Berlinale war derart umstritten wie der im Umfeld von Todesstrafe- Gegnern spielende Hollywood-Thriller "Das Leben des David Gale". Das Urteil der Kritik reichte von "schamlos und verlogen" bis zu "packend und subtil".

    Dem Regisseur Alan Parker dürfte das gefallen, sagte er doch während der Filmfestspiele in Berlin: "Ich hoffe, der Film löst heftige Diskussionen aus". Parker wendet sich dem Thema des staatlich sanktionierten Tötens in den USA mit einem Krimi zu.

    Geschichte wirkt übermäßig stark konstruiert

    Der als Gegner der Todesstrafe bekannte Universitätsprofessor David Gale (Kevin Spacey) sitzt als verurteilter Mörder im Gefängnis und soll hingerichtet werden. Kurze Zeit vor der geplanten Vollstreckung der Strafe gibt er einer Reporterin (Kate Winslet) ein Interview. Durch die Gespräche mit dem Gefangenen reift in ihr die Ansicht, dass er unschuldig ist. In einem Wettlauf gegen die Zeit versucht sie nun, ihn vor dem Tod zu bewahren.

    Die übermäßig konstruiert anmutende Geschichte spielt in Huntsville im US-Bundesstaat Texas. In keinem anderen Bundesstaat der USA wurde in den vergangenen zwei Jahrzehnten derart häufig die Todesstrafe vollstreckt wie in Texas, nämlich 285 Mal. Während seiner Zeit als Gouverneur von Texas autorisierte George W. Bush von 1994 bis 2000 genau 146 Hinrichtungen. Vor diesem Hintergrund hat der Film in den USA eine Brisanz, die er im Ausland nicht erreicht. Hier muss sich "Das Leben des David Gale" dem Vergleich mit emotional weit wirksameren Spielfilmen zum Thema wie "Dead Man Walking" (1995) und "Monsters Ball" (2001) stellen. Parkers Film kann weder dramaturgisch noch schauspielerisch mithalten. Vor allem die letztlich überaus konfuse Geschichte beeinträchtigt die Wirkung erheblich.

    Spacey hofft auf kontroverse Diskussion

    Die Titelrolle spielt der "Oscar"-Preisträger Kevin Spacey. Er habe sich außerordentlich gut vorbereitet, sagt er dazu: "Ich habe viele Bücher von Todeskandidaten gelesen, die darin ihre Erfahrungen oft drastisch geschildert haben." Die Frage, wie seine persönliche Meinung zur Todesstrafe ist, beantwortet er so: "Ich habe diesen Film nicht gedreht, um mich für eine bestimmte Ansicht stark zu machen. Ich habe eine persönliche Meinung, aber ich musste noch nie um einen Menschen trauern, der ermordet wurde. Ich weiß nicht, wie ich dann denken würde. Aber ich hoffe, der Film löst kontroverse Gespräche dazu aus."

    Peter Claus, dpa

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