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  • Kritik: Teeny-Horror im Trend

    Nie ist der unheimliche Fischer mit dem Hakenarm wirklich tot. Das weiß jeder, der im vergangenen Jahr "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" gesehen hat.

    In der Fortsetzung "Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast" hat sich daran nichts geändert. Damit soll der trendige Horrorstreifen das jugendliche Publikum vom kommenden Donnerstag an ins Kino locken.

    Julie James (Jennifer Love Hewitt) ist ein Nervenbündel. Seit letzten Sommer fast alle ihre Freunde ermordet wurden, verfolgt sie das Bild des blutrünstigen Fischers Ben Willis. Nachts findet sie keine Ruhe. Tagsüber schläft sie ein und erwacht mitten im Uni- Seminar schreiend aus einem Alptraum. In ihrer Nachttischschublade liegt ein Messer, sie sieht überall Gespenster und traut außer ihrer Mitbewohnerin Karla (Popsängerin Brandy Norwood) keinem Menschen mehr.

    Als die beiden eine Reise auf die Bahamas gewinnen, scheint das die ideale Gelegenheit, auf andere Gedanken zu kommen. Hätten sie im Geographie-Unterricht aufgepaßt, wäre ihnen allerdings nach dem Abflauen der ersten Aufregung aufgefallen, daß sie die Preisfrage nach der Hauptstadt Brasiliens gar nicht richtig beantwortet hatten.

    Die Merkwürdigkeiten mehren sich: Nach der Ankunft von Karla und Julie leert sich das tropische Paradies binnen weniger Stunden. Die stürmische Regenzeit beginnt, und außer den beiden Girls und ihren Begleitern bleiben nur wenige Angestellte in der Tower Bay- Ferienanlage.

    Viel erfährt der Zuschauer über die kauzigen Bediensteten nicht, dafür bleibt keine Zeit. Zu schnell erfüllt sich ihr Schicksal als potentielles Opfer. Dann macht sich der Fischer mit der Axt an das Teenie-Quartett heran, und die Jugendlichen rennen um ihr Leben. Zwischendurch sprechen die Teenies über Sex, und die Mädchen geben tiefe Einblicke in ihren Ausschnitt, tragen nasse Shirts und knappe Oberteile.

    Häufig wird Spannung aufgebaut, die in einem Fehlalarm endet, so daß sich dieser Effekt schnell abnutzt. Während der Vorgänger auch mit psychologisch subtilen Elementen Schockmomente provozierte, arbeitet Danny Cannon mit viel Blut und Gewalt. Der Regisseur, der 1995 mit dem Stallone-Film "Judge Dredd" einen Flop inszenierte, reduzierte alles auf eine Art Grundrezept: Der Fischer mordet, die Teenager glauben, ihn in Notwehr umgebracht zu haben, er kommt zurück und treibt weiter sein Unwesen.

    Silke Weiss, dpa

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